Weniger Ein-Euro-Jobs

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31. Mai 2011, 07:18 Uhr

Schwerin/Berlin | Weniger Arbeitslose, mehr neue Jobs: Der Arbeitsmarkt in MV präsentiert sich so gut wie selten: So ist im Mai die Zahl der Arbeitslosen in MV auf 106 000 gesunken - 7800 Erwerbslose weniger als vier Wochen zuvor, teilte die Bundesarbeitsagentur Nord in Kiel gestern mit. Die Arbeitslosenquote betrug 12,4 Prozent, 0,8 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Es ist die geringste Arbeitslosenzahl in einem Mai seit 1991. Allerdings: Der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich. Im Vergleich zum Mai 2010 ging die Erwerbslosigkeit nur um 400 Personen zurück.

Grund dafür seien vor allem die Einsparungen bei der Bundesagentur für Arbeit, erklärte der Chef der Regionalagentur, Jürgen Goecke. Für so genannte Arbeitsgelegenheiten stünden in MV 30 Prozent weniger Mittel als im Vorjahr zur Verfügung. Es habe einen "massiven Rückgang" um 8400 Ein-Euro-Jobs gegeben, sagte Goecke.

Arbeitskräfte werden aber auch in MV gesucht: Seit Jahresbeginn seien 20 000 offene Stellen gemeldet worden - Plus 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. MV liegt im Vergleich der Bundesländer derzeit auf dem vorletzten Platz vor Berlin. Vor allem dank der einsetzenden Tourismussaison sei die Zahl der Arbeitslosen im Land gesunken. Es gebe heute 15 Prozent mehr Jobs in dem Bereich als 2007. Mehr Beschäftigung gab es bei Dienstleistern, im Baugewerbe und im Gesundheitswesen.

Forscher heben Wachstumsprognose

Auch das Baugewerbe baute zum Erstaunen der Arbeitsagenturen noch Beschäftigung auf, und zwar 2800 Jobs binnen Jahresfrist. Während Jüngere derzeit stark nachgefragt sind, äußerte sich Goecke besorgt über die schwierige Vermittlung älterer und schwerbehinderter Arbeitsloser. Da gebe"es sehr viele Vorurteile in den Betrieben."

Bundesweit sind die Jobchancen indes so gut wie selten: Die deutsche Wirtschaft strahlt im Frühlingshoch. Zum ersten Mal seit sieben Monaten fiel die Zahl der Menschen ohne Job im Mai wieder unter die Drei-Millionen-Marke. Allerdings verlor der Aufschwung leicht an Tempo. Mit 2,96 Millionen ging die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland lediglich um 118 000 zurück - und damit deutlich geringer als im Schnitt der vergangenen drei Jahre, so die Bundesagentur. Die Arbeitslosenquote lag im Mai 2010 noch bei 7,7 Prozent. Nun ist sie auf 7,0 Prozent gesunken. Eine niedrigere Mai-Arbeitslosigkeit hatte es zuletzt 1992 gegeben.

Die boomende Konjunktur lässt auch die Experten des Ins tituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ihre Prog nose anheben: Mit 3,6 Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 noch einmal so stark zulegen wie 2010, teilte das Institut mit.

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