Wenig Platz für Schwerins Geschichte

<strong>Reduziert statt repräsentativ: </strong>Im  Schleswig-Holstein-Hauses ist derzeit eine Ausstellung über 850 Jahre Wohnen zu sehen. <foto>kawi</foto>
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Reduziert statt repräsentativ: Im Schleswig-Holstein-Hauses ist derzeit eine Ausstellung über 850 Jahre Wohnen zu sehen. kawi

svz.de von
11. Juli 2010, 07:56 Uhr

Schwerin | Der Traum von einem repräsentativen Stadtgeschichtsmuseum in der Landeshauptstadt scheint geplatzt. Das Land hat jetzt den Wunsch der Landeshauptstadt abgelehnt, dass es sich an einem solchen Museum be teiligt. Darüber informierte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow nach einem Gespräch mit Kultusminister Henry Tesch und Dr. Enoch Lemke, Abteilungsleiter Kultur im Ministerium.

"Der Minister hat deutlich gemacht, dass er eine Beteiligung des Landes an einer Stadtgeschichtsausstellung bzw. einem Stadtgeschichtsmuseum nicht anstrebt", berichtete Gramkow. "Da rüber hinaus teilte er mit, dass er uns einen geeigneten Standort nicht vorschlagen kann."

Auch die Vorstellungen der Landeshauptstadt, nach dem Wegzug des Technischen Landesmuseums nach Wismar den Marstall nutzen zu können, haben sich damit zerschlagen. Das Kultusministerium beabsichtigt laut Gramkow, die frei werdenden Flächen dem Staatlichen Museum als zusätzliche Ausstellungsräume anzubieten. "Das würde der Kulturstadt Schwerin natürlich gut zu Gesicht stehen", so die Oberbürgermeisterin.

Mit der erneuten Suche nach geeigneten Ausstellungsflächen für das Stadtgeschichtsmuseum hatten die Stadtvertreter die Oberbürgermeisterin beauftragt. Parallel zur Einrichtung der Räume im ersten Obergeschoss des Schleswig-Holstein-Hauses für eine kleine Stadtgeschichtsausstellung sollte sie "einen repräsentativen, der historischen Bedeutung Schwerins angemessenen Ausstellungsort" finden, um "eine ebenfalls repräsentative, die Bedürfnisse der Schweriner und der Touristen gleichermaßen befriedigende Darstellung der Geschichte der Residenzstadt" zu realisieren. Die Argumente der Mehrheit der Stadtvertreter waren bislang, dass auch angesichts der 850-Jahrfeier geeignetere Räume als im Schleswig-Holstein-Haus für eine Dauerausstellung der Schweriner Geschichte gefunden werden müssten. Auch angesichts der Sparzwänge der Stadt findet inzwischen die Verwaltungsinitiative eine Mehrheit, das Ausstellungskonzept im Schleswig-Holstein-Haus an die Ausstellungskonzeption der Stiftung Mecklenburg zu koppeln. Derzeit ist in der Puschkinstraße die Ausstellung 850 Jahre Wohnen in Schwerin zu sehen.

Kulturmanager Rudolf Conrades, selbst Stadtvertreter und jahrelang erfolgreicher Leiter des Schleswig-Holstein-Hauses, hatte die Debatte zusätzlich befördert, weil er eine besondere Historienschau für Schwerin einforderte: "Die Darstellung von Schweriner Geschichte muss mehr sein als eine Reihung provinzieller Vorkommnisse. Nur wenn man die Ereignisse zur Kenntnis nimmt, durch die Schwerin direkt in den Verlauf der deutschen und der europäischen Geschichte eingebunden war, wird so eine Ausstellung auch image- und identitätsstiftend sein."

Seine konzeptionellen Ideen trafen durchaus auf ein positives Echo. Sie wurden aber aus finanziellen, zeitlichen und räumlichen Gründen als "nicht realisie rbar für 2010" eingestuft. Sie sollten jedoch bei der geplanten Einrichtung eines Geschichtsmuseums berücksichtigt werden (SVZ berichtete).

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