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Lokales

24. November 2017 | 17:53 Uhr

Wemag vergibt Öko-Anteile

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svz.de von
erstellt am 25.Okt.2010 | 09:43 Uhr

Schwerin | Neues Beteiligungskonzept für Wemag-Kunden: Der Regionalversorger will im ersten Quartal kommenden Jahres ein Genossenschaftsmodell zur Beteiligung an regenerativen Energieanlagen entwickeln, erklärte Wemag-Vorstand Caspar Baumgart gestern in Schwerin. Kunden solle damit die Möglichkeit gegeben werden, Kapital in Investitionen in der Region anzulegen.
Dafür sollen Genossenschaftsanteile ausgegeben werden. Mindesteinlage seien einige hundert Euro. Einzelheiten würden derzeit noch mit den Banken ausgehandelt. Die Wemag hatte im August ein millionenschweres Investitionsprogramm angekündigt. Der 2009 vom Vattenfall-Konzern an 200 Kommunen in MV und Brandenburg verkaufte Strom- und Gasanbieter will 64 Millionen Euro u. a. in den Ausbau der Netze und eigene Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen stecken. 2009 hatte die Wemag für zwei Millionen Euro eine erste Solaranlage in Güstrow errichtet.
Zehn Photovaltaik- und Biogasanlagen seien in Planung. Das Unternehmen müsse den Spagat zwischen dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien und den damit steigenden Kosten sowie den Investitionen in eigene Anlagen hinbekommen, sagte Baumgart. Wind, Sonne oder Biogas lieferten inzwischen 58 Prozent des Stromverbrauchs im Wemag-Netzgebiet.

Indes sorgt bereits ab 1. Januar 2011 die höhere Öko-Stromabgabe bei 85 000 Kunden mit Grundversorgungsverträgen und 31 000 Kunden mit Sondervereinbarungen für höhere Kosten. Zwar halte die Wemag ihre bis Ende März 2011 gegebene Zusage, den selbst zu beeinflussenden Anteil am Strompreis nicht zu verändern. Der Anteil der Steuern und Abgaben habe sich aber durch die um 1,5 Cent je Kilowattstunde gestiegene Öko-Stromabgabe weiter erhöht und müsse ab 1. Januar auf die Kunden umgelegt werden, sagte Baumgart. Ausgenommen seien die 16 000 Bestandskunden mit wemio.de- bzw. wemio-plus-Verträgen. Auf sie kämen die Mehrbelastungen erst ab 1. April zu.

Energielieferant strafft die Tarifstruktur

Inzwischen seien die Netznutzungsentgelte um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen. Die um 20 Prozent geringeren Einkaufspreise könnten die Mehrbelastungen aber nicht ausgleichen, sagte Baumgart. Daher werde ab April der Grundpreis um jährlich 22,80 Euro steigen. Ohnehin müssten sich die Kunden darauf einstellen, dass die durch die steigende Öko-Stromproduktion notwendigen höheren Investitionen in den Netzausbau in den nächsten Jahren stärker zu Buche schlagen werden. Bereits in zwei Monaten müssen sich die Kunden zwischen Perleberg und der Ostseeküste auf eine neue Tarifstruktur einstellen. Das Produktsortiment solle gestrafft werden, so Baumgart. Daher werden alten Mini- und Maxi-Verträge mit 31 000 Kunden zum 31. Dezember beendet. Die Versorgung bleibe aber gesichert, so der Vorstand. Diesen Kunden würden Wemio-Verträge angeboten, die beispielsweise beim Online-Angebot Kostenvorteile bieten würden.

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