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Lokales

22. November 2017 | 08:36 Uhr

Winterwetter : Weiß oder grün?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der mildeste Dezember seit Jahrzehnten lässt Weihnachten schneefrei ausfallen.

Gemütlich mit der Familie in der warmen Stube sitzen und den festlich geschmückten Weihnachtsbaum bewundern, während draußen in der Kälte kleine weiße Schneeflocken leise am Fenster vorbeifliegen – diese idyllische Vorstellung besinnlich weißer Weihnachtsfeiertage wird sich in diesem Jahr in hiesigen Breitengraden nicht erfüllen. „Wir werden grüne Weihnachten bekommen“, weiß Dr. Reiner Tiesel, Rostocks bekanntester Meteorologe. „Die warme Periode, die wir derzeit haben, dauert weiter an.“ Höchsttemperaturen von 10 bis 13 Grad Celsius kann das Thermometer in den nächsten Tagen anzeigen. Von Frost ist erst einmal keine Rede. „Über die Festtage werden wir nicht das schönste Wetter haben, es bleibt unbeständig“, so Reiner Tiesel. Lediglich der Wind werde etwas nachlassen.

Dass diese fast frühlingshaften Temperaturen zu dieser Zeit nicht das erste Mal herrschen, belegen die Wetterdaten der vergangenen Jahre. „Vor zwei Jahren hatten wir an Heiligabend und dem ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag durchschnittlich bis zu 10 Grad Celsius, 2011 sogar bis zu 12 Grad“, berichtet Dr. Tiesel.

Weiße Weihnachten, also Schnee am 24., 25. und 26. Dezember, dagegen konnten Rostocker das letzte Mal vor fünf Jahren feiern. „Auch 1995 hatte die Wetterstation in Warnemünde eine Schneedecke von sechs bis zehn Zentimetern verzeichnet“, berichtet Tiesel. Allgemein war der Winter 1995/96 ein sehr harter Winter und einer der kältesten. Damals kamen die ersten Flocken am 23. Dezember vom Himmel. Bis in den März hinein war die Hansestadt in ein weißes Kleid gehüllt.

„Zwischendurch hat es aber trotzdem immer mal wieder an Heiligabend geschneit“, weiß der Meteorologe. So konnten sich die Hansestädter zuletzt vor drei Jahren kurz über Schnee am 24. Dezember freuen. „Der ist dann allerdings nicht liegen geblieben.“

In diesem Jahr ist wettertechnisch alles irgendwie ungewöhnlich, sagt Tiesel. „Wir haben bis jetzt noch keinen großen Kälteeinbruch verzeichnen können, wie es sonst der Fall ist.“ Daher sei der aktuelle Dezember bis jetzt auch einer der mildesten und wärmsten seit Jahrzehnten. „Das kann schon auf den Treibhauseffekt zurückgeführt werden“, sagt der Meteorologe. Und auch für seine Prognose geht der Rostocker nicht mehr von einem harten Winter 2015/16 aus. „Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.“

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