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Schwerin: Restaurantbetrieb trotz Insolvenzantrag gesichert : Weinhaus Krömer lädt ein zur Hochzeitsmesse

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Das Geschäft zu Weihnachten lief erfreulich gut, die Silvesterparty war ausgebucht, der nächste Veranstaltungshöhepunkt steht schon an - Grit und Frank-Peter Krömer machen auch nach dem Insolvenzantrag weiter.

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erstellt am 18.Jan.2011 | 06:15 Uhr

Schelfstadt | Das Weihnachtsgeschäft lief erfreulich gut, die Silvesterparty im Weinhaus Krömer war ausgebucht, mit der inzwischen vierten Hochzeitsmesse am 29. Januar steht der nächste Veranstaltungshöhepunkt schon an - Grit und Frank-Peter Krömer machen auch nach dem Insolvenzantrag für ihr Unternehmen mit großem Eifer weiter. "Nur wenn wir mit dem Restaurant in Abstimmung mit der Insolvenzverwalterin effektiv weiterarbeiten, haben wir eine Chance, Zahlungen an Gläubiger zu leisten", sagt Frank-Peter Krömer. Die erfahrene Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde der weltweit agierenden Anwaltskanzlei White and Case, sie hat unter anderem in Schwerin das BMW-Autohaus Tiroux und Waldmüller und Vorbesitzer des Weinhauses Wöhler betreut, teilt diese Auffassung: Die geschäftliche Planung geht laut Krömer zunächst bis Ende des Jahres 2011. "Unsere Gäste können also jetzt schon Silvesterkarten bei uns buchen", sagt der Gastronom lachend. Reisebus-Veranstalter hätten schon bis Juli für volle Auftragsbücher gesorgt.

Den Weg zum Amtsgericht im vergangenen November bereut Krömer nicht, sagt er. Er müsse für den Finanzierungsfehler einstehen, den er für den Umbau der großherzoglichen Dampfwäscherei an der Ecke Werderstraße, Großer Moor begangen habe. In Sachen Umsatz, Wareneinsatz und Personal - den täglich beeinflussbaren Faktoren in der Gastronomie und im Weinhandel - habe ihm selbst die Insolvenzverwalterin eine auf erste Sicht gute Arbeit attestiert. Doch die monatlichen Belastungen für Zins und Tilgung des Kredites seien zu groß geworden. "Wir haben im vergangenen Jahr noch vom erfolgreichen Buga-Jahr zehren können", sagt Krömer. "Es war also nur eine Frage der Zeit, wann wir zahlungsunfähig gewesen wären. Deshalb sind wir dem zuvorgekommen, ehe wirklich kein Geld mehr da war."

Neben der Bank gibt es eine Reihe von Gläubigern, die durch die Weiterführung des Restaurantbetriebes auf ihr Geld hoffen können. Es gäbe bei diesen Außenstände zwischen 35 und 2000 Euro, sagt Krömer. "Unser Lebenstraum war ein anderer. Wir wollten dieses Haus später vererben", gibt der Gastronom unumwunden zu. Da daraus nichts mehr werde, wolle er seine Idee fortführen - und alte Fehler bereinigen. Alles unter dem Motto: Der Gläubiger bekommt nur dann sein Geld, wenn es dem Kunden wieder besser geht und er am Leben bleibt.

"Der Name, Weinhaus Krömer war eine falsche Entscheidung", sagt der Gastronom. Die erhoffte Laufkundschaft sei ausgeblieben, weil viele Touristen vermuteten, es gäbe kein Bier oder auch nichts zu essen. "Deshalb wird überlegt, ob das Haus künftig ,Krömer Restaurant und Weinhandlung heißen soll." Auch die Verkleinerung der Mittagskarte sei ein wichtiger Schritt gewesen. Mit der im Buga-Jahr erhöhten Quantität habe teilweise auch die Qualität gelitten, gibt Krömer zu. Das habe Stammkunden zurecht verärgert. Jetzt stimme seine Qualität wieder, versichert der Gastronom. Parallel bereite er - wie jede kleine Entscheidung in Absprache mit der vorläufigen Insolvenzverwalterin - einen Internetauftritt vor. Auf der Online-Plattform könnten sich die Kunden dann aus einem umfang reichen Weinangebot ihr individuelles Sortiment zusammenstellen.

Parallel setzt das Ehepaar Krömer auf bewährte Angebote des Hauses, wie die Vermietung des Saals und des Salons für private Feiern, auf das "Weinhotel" aber auch auf Veranstaltungen wie die monatliche Weinverkostung, die traditionsreiche Herrentagsparty oder die speziellen Aktionen im Vorfeld der Schlossfestspiel-Aufführungen - und eben die Hochzeitsmesse.

Am 29. Januar wird sich jeweils ein Vertreter eines Gewerkes der Hochzeitsbranche bei Krömer präsentieren. "Messe ist eigentlich der falsche Begriff, weil es bei uns individueller, familiärer zugeht", sagt Krömer. In den vergangenen Jahren hatten sich stets rund 50 heiratswillige Pärchen bei Brautmodenausstatter, Fotograf, Friseur, Schmuck-Anbieter oder Konditor informiert. Hinzu kämen Vertreter der Bereiche Hotel, Auto, Klaviermusik, Blumen, Druck, Reden und Taxi. "Aber wir haben auch einen Anbieter mit weißen Tauben dabei", sagt Krömer.

In der Vergangenheit sei die Messe auch immer häufiger von reiferen Paaren besucht worden, die sich für die Silber- oder Goldene Hochzeit ein besonderes Arrangement zusammenstellen wollten.

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