Weinende Reisende am Bahnhof

BurkhardAhlert
BurkhardAhlert

Riesenbesucherandrang am Wochenende auf der Rostocker Hanse Sail. Ein Erlebnis auch für den Wittenberger Frank Turban. Die Heimreise erlebte er dann allerdings als ein großes Chaos.

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11. August 2009, 09:17 Uhr

Wittenberge/Schwerin | Nach einem schönen und erlebnisreichen Tag auf der Hanse Sail in Rostock wollte Frank Turban am Samstagabend wieder nach Hause reisen. Und damit auch die Heimfahrt angenehm verläuft, hatte er extra 1.- Klasse-Karten bei der Deutschen Bahn erworben. Doch ab Schwerin konnte er damit nicht mehr viel anfangen. Kurz nach 18 Uhr habe das reinste Chaos an der Regionalbahn geherrscht. "Der Zug hatte nur ganze vier Waggons, zwei davon hatte die Polizei für die Fußballfans reserviert, in die restlichen zwei Waggons wollten alle anderen Reisenden. Ein Waggon davon war 1. Klasse. Aber da hat sich niemand mehr dran gehalten", berichtete gestern unser Leser. Er habe weinende Seniorinnen auf dem Bahnsteig gesehen, Frauen mit Kindern, die nicht wussten, was sie nun tun sollen. In Wittenberge angekommen, habe sich das Schauspiel noch einmal für all diejenigen wiederholt, die umsteigen und in Richtung Magdeburg weiter reisen wollen, beschreibt Frank Turban. Er kann nicht verstehen, weshalb an Wochenenden mit solchen Großveranstaltungen wie der Hanse Sail nicht mehr Waggons eingesetzt werden, zumal ja auch die Fußballsaison wieder begonnen hat, außerdem nach wie vor viele Reisende die Wochenenden für einen Besuch der Bundesgartenschau in Schwerin nutzten.

Burkhard Ahlert, Pressesprecher der Deutschen Bahn AG, weiß um das Problem. Und "die Bahn war auf den zu erwartenden Besucheransturm zur Hanse Sail vom 6. bis 9. August gut vorbereitet. Mit kurzen S-Bahntakten und verlängerten Zügen, mit Regional-Express-Zügen von Berlin direkt bis Warnemünde sowie mit zusätzlichem Servicepersonal und mobilem Fahrscheinverkauf auf den Rostocker Bahnhöfen", erklärt er. Zudem seien die Züge der Regional-Express-Linie 5 aus Berlin am Samstag und am Sonntag mit fünf Doppelstockwagen gefahren, wurden die Züge der RE 5 nach/von Warnemünde durchgebunden. Am Samstag seien zusätzliche Züge zwischen Rostock und Berlin, Wismar und Stralsund unterwegs gewesen. "Durch die Verlängerung der Züge zwischen Wismar und Rostock wurde für die Besucher eine um 100 Prozent erhöhte Platzkapazität zur Verfügung gestellt", macht der Bahnsprecher deutlich, wie sich die Bahn auf diese Großveranstaltung eingestellt habe. Und er verweist auch auf die S-Bahn zwischen Rostock Hauptbahnhof und Warnemünde, die am Samstag zwischen 9 und 21 Uhr und am Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr im 7,5-Minuten-Takt gefahren sei. Aber irgendwann seien die zusätzlichen Kapazitäten erschöpft, könne es zu Engpässen kommen, gerade wenn wie in dem geschilderten Fall gleich mehrere Faktoren zusammenträfen. "Wir können den Ärger des Wittenberger Reisenden nachvollziehen und es tut uns auch sehr leid, aber mehr zusätzliche Züge oder Waggons konnten wir nicht einsetzen", so Ahlert.

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