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Tödlicher Verkehrsunfall auf der B 103 : Weihnachtseinkauf endet tragisch

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Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich am Dienstag auf der B 103 zwischen Dersenow und dem Abzweig Gnevsdorf. Dabei kam ein 76-jähriger Mann ums Leben, seine Ehefrau sowie ein weiterer Fahrer wurden leicht verletzt.

Plau am See | Ein tragischer Verkehrsunfall ereignete sich am späten Dienstagnachmittag auf der Bundesstraße 103 zwischen der Ortschaft Dersenow und dem Abzweig Gnevsdorf in Fahrtrichtung Ganzlin. Dabei kam ein 76-jähriger Mann ums Leben, seine mitfahrende Ehefrau (75) sowie ein weiterer Pkw-Fahrer wurden leicht verletzt.

Der 76-Jährige war mit einem Microcar - einem Krankenfahrstuhl, der keine Zulassung, sondern eine Betriebserlaubnis (Mopedversicherung) besitzt- unterwegs. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf maximal zehn km/h begrenzt.

Nach ersten Erkenntnissen war das Rentnerpaar nach einem Weihnachtseinkauf auf dem Weg nach Hause. Gegen 16.40 Uhr haben sie mit ihrem Microcar die Ortschaft Dresenow passiert. Die Fahrbahn war feucht und die abendliche Dunkelheit brach herein. Plötzlich wurde der Krankenfahrstuhl von hinten von einem VW Golf gerammt und der Microcar geriet auf die Gegenfahrbahn. Dort kam ihm ein VW Polo entgegen und erfasste den Krankenfahrstuhl. Die Insassen hatten in dem Plaste ummantelten Fahrzeug keine Chance. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle, seine Ehefrau wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Während die Fahrerin des Polo unverletzt blieb, wurde der 20-jährige Golf-Fahrer leicht verletzt. Beide kamen zur Beobachtung ins Klinikum Plau.

Gesetzliche Vorschriften völlig ungenügend

Zur genauen Ermittlung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger der Dekra hinzugezogen. Die Straße war viereinhalb Stunden voll gesperrt. Zum Einsatz kamen auch neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Plau am See.

Der Unfall war am Morgen danach in aller Munde. Bei aller Betroffenheit reagierten viele ratlos. Dürfen derart extrem langsam fahrende Fahrzeuge auf einer Bundesstraße, auf der offiziell 100 km/h erlaubt sind, überhaupt ohne Warnblinker oder gelber Rundumleuchte unterwegs sein? "Bei schlechten Lichtverhältnissen kann man solche langsam fahrenden Fahrzeuge überhaupt nicht rechtzeitig erkennen. Im besten Fall gibt es einen gehörigen Schreck", meint der Mitarbeiter eines Autohauses. Dies gelte auch für die Geschwindigkeitsgedrosselten Autos, die nur 25 km/h fahren dürfen. Die Aufkleber mit der zehn oder 25, die andere Verkehrsteilnehmer warnen sollen, sind vor allem in der Dunkelheit kaum erkennbar.

ADAC empfiehlt Warndreieck am Heck

Warum der Gesetzgeber bislang nicht handelt, bleibt ein Rätsel. Auch Sebastian Sahm von der Pressestelle des zuständigen Schweriner Energieministeriums reagiert betroffen: "Der Unfall ist höchst bedauerlich. Es steht jedem frei, mit Reflektoren oder einer Rundumleuchte für Aufmerksamkeit zu sorgen.Von gesetzlicher Seite gibt es dafür aber keinen Zwang."

Dr. Markus Schäpe vom ADAC in München widerspricht dem Ministeriumssprecher: "Der Gebrauch einer Rundumleuchte ist gesetzlich klar geregelt. Wir empfehlen, dass sich die Fahrer von extrem langsam fahrenden Fahrzeugen, wie Microcars, ein reflektierendes Warndreieck auf das Heck montieren. Dies ist auch bei Dunkelheit erkennbar und macht auf eine mögliche Gefahrensituation aufmerksam".

Unverständlich für "Otto Normalverbraucher" ist, warum die Betriebserlaubnis für Fahrzeuge dieser Art nicht zwingend Reflektoren oder Rundumleuchten vorsieht.

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erstellt am 15.Dez.2011 | 10:36 Uhr

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