Wegweiser in die Prignitz ist marode

Das Wilsnacker Kreuz in der Hansestadt. Langentepe
Das Wilsnacker Kreuz in der Hansestadt. Langentepe

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24. Dezember 2010, 01:57 Uhr

Bad Wilsnack / Lübeck | Seit 1436 weist ein Pilgerkreuz in Lübeck den Weg in den einstigen Wallfahrtsort Bad Wilsnack. Es ist das letzte verbliebene Original seiner Art in Deutschland und der Zahn der Zeit nagt an ihm. Sowohl die Hansestadt als auch die Kurstadt wollen, dass es erhalten bleibt. Die Restaurierung würde rund 4000 Euro kosten.

Die Wilsnacker Stadtverordneten diskutierten jüngst darüber, dass man sich finanziell an der Sanierung beteiligen könnte. Die Idee dazu hatte der ehemalige Bad Wilsnacker Andreas Lieberenz. Er ist an den Stadtverordneten Mathias Weiß (FDP) heran getragen. Lieberenz studierte in Lübeck, lebt jetzt dort und fühlt sich seiner Heimatstadt nach wie vor sehr verbunden. Obwohl die Kassen sowohl in Bad Wilsnack als auch in Lübeck knapp sind und es hinsichtlich der Etats viele Begehrlichkeiten gibt, will man die Sache 2011 angehen. "Bei uns würde sich auch eine Stiftung finanziell einbringen", sagt Marc Langentepe, Sprecher der Hansestadt, auf Nachfrage des "Prignitzers". Könnten sich auch die Bad Wilsnacker in der anstehenden Haushaltsdiskussion zu einem Beitrag durchringen, gäbe es drei Finanziers.

"Ich betrachte das auch als gute Werbemöglichkeit für uns, zumal das Pilgern an Bedeutung zunimmt", verdeutlicht Matthias Weiß. Es würde aus seiner Sicht Sinn machen, das Kreuz durch eine Informationstafel zu ergänzen, die auch Details zu Bad Wilsnack enthält. Von Vorteil wäre es zudem, wenn die Touristinformationen beider Städte im Zusammenhang mit dem Pilgerkreuz jeweils aufeinander aufmerksam machen. Eine Nachbildung des Kreuzes befindet sich übrigens in Bad Wilsnack am Restaurant "Deutscher Hof".

"Wir werden auf jeden Fall versuchen, das Thema auf die Tagesordnung einer der nächsten Stadtparlamentssitzungen zu bringen", sagt Mathias Weiß. In Lübeck hat man bereits ein fertiges Sanierungskonzept in der Schublade - allerdings auch ein 80-Millionen-Defizit im Haushalt. "Wir würden uns schon freuen, wenn Wilsnack das Projekt ein klein wenig sponsern würde", so Marc Langentepe.

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