Wasser aus Nebelin für Karstädt

von
25. November 2009, 09:17 Uhr

Prignitz | Größtes Investitionsvorhaben des Westprignitzer Trink- und Abwasserzweckverbands (WTAZV) ist der Ausbau des Wasserwerks Nebelin und die Ablösung des Wasserwerks Karstädt - eine Maßnahme, die 2010/11 umgesetzt werden soll.

Mit den Wirtschaftsplänen Trink- und Abwasser beschloss die Verbandsversammlung am Dienstag unter anderem auch die Trinkwasseranschluss von Groß Breese und die Rohrnetzsanierung Semliner/Pestalozzistraße in Karstädt. Beim Abwasser sind es vor allem Ersatzinvestitionen, wie Kanalauswechslungen im Kreiselbereich Hamburger Straße Perleberg und im Armeeobjekt Glöwen.

"Wir haben unsere Vorhaben schon auf das Notwendigste gekürzt und nehmen seit mehreren Jahren Kanalauswechslungen nur in Verbindung mit Straßenerneuerungen vor. Mehr kürzen geht nicht", meinte Bereichsleiter Jörg Seidel auf die Frage von Rühstädts Bürgermeister Jürgen Herper, ob sich der Verband die Investitionen leisten könne. Denn diese sind nur durch Kredite möglich. Auch verwies Herper auf die Nachkalkulation 2007/08. Bei Trinkwasser gibt es insgesamt eine geringe Kostenunterdeckung, um die Preise für Klein- und Großverbraucher stabil zu halten und Anreize zu schaffen. Bei Abwasser beläuft sich der Verlust auf 741 000 Euro bei zentraler und 200 000 Euro bei dezentraler Entsorgung. Diese Verluste der Vorjahre schiebe man jetzt, wie die Kredite, vor sich her, so Herper, der, wie auch Thomas Brandt, Bürgermeister von Groß Pankow, finanzielle Gefahren für den Verband sieht.

"Kann man sich noch leisten, auf dem Land zu wohnen?", fragte Brandt angesichts der demografischen Entwicklung - der Landkreis zähle 2030, jüngsten Prognosen zu Folge, nur noch 72 000 Einwohner. Weniger Beitragszahler würden mehr Gebühren zahlen, denn die Fixkosten bleiben gleich. Der Spagat bestehe darin, dass der Verband einerseits Kosten nicht vor sich her schieben dürfe, andererseits für Bürger und Unternehmen "ordentliche Gebühren" kalkulieren müsse. "Die Unterdeckung ist keine beschlossene Größe. Wir werden sie noch mal neu betrachten und bei der Vorkalkulation für 2011/12 berücksichtigen. Man kann, muss sie aber nicht weiter gegeben", meinte Verbandsvorsteherin Silvia Klann.

Empfehlung: Grundgebühr

auch bei Abwasser einführenDie Wirtschaftsprüfung hatte dem WTAZV insgesamt eine positive Ertragslage bei Trink- und Abwasser bescheinigt. Investitionen von 16 Millionen Euro seien überwiegend aus Fördermitteln, Eigenkapital und wenig Krediten getätigt. Neuinvestitionen bringen künftig höhere Refinanzierungskosten. Für die zentrale Schmutzwasserbeseitigung wurde empfohlen, Grundgebühren, wie beim Trinkwasser praktiziert, zu erheben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen