Entscheidung über Auto-Kennzeichen fällt frühestens 2012 : Warnowstädter wollen ihr BÜZ zurück

Prof. Ralf Bochert: Das BÜZ ist eine Identifikationsmerkmal und ein Produkt der Region. raba
Prof. Ralf Bochert: Das BÜZ ist eine Identifikationsmerkmal und ein Produkt der Region. raba

Mehr als drei Viertel der Bützower möchten ihr Kfz-Kennzeichen zurück. Zwei Studentinnen hatten im April 180 Bützower angesprochen und wiederum 85 Prozent von diesen möchten das BÜZ am Auto.

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28. Mai 2011, 11:20 Uhr

Bützow | Mehr als drei Viertel aller Bützower möchten ihr altes Kfz-Kennzeichen zurück. Die Warnowstädter liegen damit in einem bundesweiten Trend. Auf dem Weg dorthin wäre aber eines notwendig: "Nach der Kreisgebietsreform am 4. September den Landkreisen eine Bedenkzeit bei der Kennzeichenfrage einzuräumen", sagt Prof. Ralf Bochert von der Universität Heilbronn. Gestern stellte er die Ergebnisse einer Umfrage "Wollen Sie ihr BÜZ zurück?" in Bützow vor.

Zwei Studentinnen hatten am 12. April 266 Menschen auf der Straße in Bützow angesprochen. 180 von ihnen waren Bützower und wiederum 85 Prozent von diesen möchten wieder das BÜZ am Auto. Aus dem Altkreises Bützow wurden 86 Menschen befragt. Auch dort gab es noch bei 60 Prozent den Ruf nach dem alten Kennzeichen. Damit reihen sich die Bützow er in einen bundesweiten Trend ein. In Mecklenburg-Vorpommern - in zehn Städten gab es dazu Befragungen - plädieren rund 75 Prozent für die alten Kfz-Kennzeichen, bundesweit rund 68 Prozent.

Das Kennzeichen sei ein wichtiges Marketing- und Identifikationsmerkmal für die Menschen. "Bützow z.B. ist ein Produkt", erklärt Bochert. "Die Menschen lieben nun mal ihre Städte, ihre Region. Und Heimatverbundenheit ist etwas schönes, was man ihnen nicht nehmen sollte." Worte, die Bützows Bürgermeister Sebastian Constien unterstützt: "Es ist ein emotionales Verhältnis, hier lebe ich, das ist meine Stadt." Auffallend in Bützow und abweichend zu anderen Städten: Auch in der Altersklasse der 31- bis 45-Jährigen sprachen sich über 90 Prozent für die Rückkehr zum BÜZ aus. Während es bei den Älteren um Nostalgie gehe, zeigen die Jüngen Veränderungsbereitschaft, interpretiert Bochert diese Ergebnisse. Auch wenn es keine repräsentativen Umfragen seien, zeigen sie doch einen deutliche Tendenz. Das hätten die Verkehrsminister der Länder erkannt. Der frühestmögliche Termin sei 2012, wenn die Verkehrsminister wieder zusammenkommen. Das Gute daran, so Ralf Bochert: Eine Zulassung mehrerer Kennzeichen koste den Kommunen und Kreisen nicht einmal Geld.

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