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Lokales

23. September 2017 | 03:58 Uhr

Warnemünde gratuliert Gerhard Lau

vom

svz.de von
erstellt am 21.Nov.2011 | 05:49 Uhr

Rostock | Wird er wirklich 75 Jahre alt? Ja. Gerhard Lau feiert heute seinen 75. Geburtstag. Dabei ist dieser Mann so umtriebig, so voller Ideen, oft verschmitzter Denkansätze, dass manch junger Mensch in neidloser Anerkennung zu ihm aufschaut und nicht selten ein Mosaiksteinchen hinzufügt, wozu Gerhard Lau die Allgemeinheit gerade ermuntert.

So konnte vor 18 Jahren das Wasser- und Schifffahrtsamt nicht lange beamtenstur bleiben, als er bat, doch den Leuchtturm wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ob er wusste, was er da lostrat, als er gemeinsam mit dem letzten Warnemünder Leuchtturmwärter Karl-Heinz Stuhr die Nutzungsurkunde unterschrieb? Sich im Jahr 1994 der Leuchtturmverein gründete? Er tat es mit offenen Augen, denn der Rostocker hatte hier Anker geworfen und wollte sich einbringen. Dann drängelte er über Jahre diese Bundesbehörde, endlich den Turm zu restaurieren. Er sah als Diplomingenieur und Denkmalpfleger im Ruhestand die neu ralgischen Punkte - tatsächlich zogen Bauarbeiter auf. Der Leuchtturmverein gab fast 50 Prozent des Geldes dazu.

Oberleuchtturmwärter, auch mit altem schmiedeeisernen Schlüssel, ist zwar seit Anbeginn Gerhard Lau, aber diesem Turm Leben einzuhauchen, dafür infizierte er viele. 80 ständige Mitglieder stehen auf der Vereinsliste und mehr als ein Dutzend sind davon die ehrenamtlichen Leuchtturmmänner. Sie steigen nicht selten mit den Touristen die 135 Stufen zur oberen Aussichtsgalerie hoch. Was die Fremden da alles über die Schifffahrt und den Badeort erfahren - gern zahlt jeder den Eintrittsobolus. Cent für Cent summieren sich heute auf 597 000 Euro, die in all den Jahren für mehr als hundert Projekte in Warnemünde und Rostock ausgereicht werden konnten.

Das Wort Gerhard Laus verhallt nicht so einfach. Als der Verein zu Benefizveranstaltungen für Hochwasseropfer aufrief, gehörlosen Kindern Urlaub zu ermöglichen, die Freiwillige Feuerwehr im Heimatort zu unterstützen, langten alle in die eigene Tasche und halfen.

Seine fragend vorgetragenen Ideen sind längst Realität. "Könnte man nicht das neue Jahr begrüßen, damit die Fremden noch einen Tag länger in Hotels buchen?" - MV Event wurde Mitglied im Leuchtturmverein. Heute bestaunen bis zu 80 000 Menschen den "Leuchtturm in Flammen".

"Wie wär’s, aus dem historischen Tidingsbringer mit seinen mündlichen Nachrichten eine schriftliche Publikation zu machen?" Der 16. Tidingsbringer liegt zum Advent in den Buchhandlungen.

"Ob man sonnabends auch in einer Sonntagsschule unterrichten kann?" Das 13. Schuljahr läuft gerade.

"Wollen wir nicht gemeinsam singen?" Die kleinen Sänger sind längst Erwachsen, die einst und heute noch am ersten Advent in die alten Weihnachtslieder mit einstimmen.

So manch Leser dieser Zeilen wird noch vieles aus den persönlichen Begegnungen mit Gerhard Lau hinzufügen können. Ich weiß, dass dieser Mann nur im Verbund mit seiner Frau Hilli so leben kann, die er vor 51 Jahren geheiratet hat. Seine Nachbarin, die 87-jährige Mila Allwardt, schwärmt: "Die beiden gehen so behutsam, achtungsvoll miteinander um. Freud und Leid kann man unbesorgt mit ihnen teilen." Sein Kompagnon in der Vereinsleitung, Walter Vogt, wünscht zum Geburtstag lange Gesundheit und sagt: "Ich hätte mir nie eine bessere, keine problemlosere Zusammenarbeit in den 16 Jahren vorstellen können."

Als ab und an seine journalistische Begleiterin weiß ich genau, dass ihm dieser Artikel gar nicht so recht ist. Er weiß, dass alles nicht zu erreichen gewesen wäre, wenn nicht so unendlich viele mit angepackt hätten, Warnemünde immer mehr als den Leuchtturm an der Ostseeküste herauszuputzen. Recht hat er! Aber er hat es vorgemacht. Das muss am 75. Geburtstag mal gesagt sein.

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