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Lokales

19. August 2017 | 09:37 Uhr

Warin kassiert von Eltern für Lernmittel

vom

Warin/Sternberg | Schluss mit dem Sonderstatus für Eltern von Grundschülern in Warin. Mit diesem Schuljahr werden sie wie in den Nachbarorten mit 30,68 Euro pro Kind zur Kasse gebeten. Diese Beiträge sind bestimmt für Lernmittel an Schulen.

Die Stadtvertreter von Warin hatten die Befreiung an der Grundschule vor einigen Jahren eingeführt, um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, dass Abc-Schützen aus Ventschow sich für ihre Bildungseinrichtung entscheiden und nicht für die Grundschule in Lübow. Zwischen diesen beiden Schulen können die Eltern wählen, seit die Grundschule in Ventschow geschlossen wurde.

"Das war ein Schuss in den Ofen", blickt Warins ehemaliger Bürgermeister Hans-Peter Gossel (Für Warin) zurück. Der Verzicht auf die Elternbeiträge habe nicht den erhofften Effekt gebracht. Er gehörte zu den Befürwortern, dass Warin wieder Elternbeiträge kassiert.

Darüber gab es heftige Diskussionen im Stadtparlament. Auf einer Beratung vor den Sommerferien behielten die Gegner der Elternbeiträge durch eine Patt-Abstimmung die Oberhand, bei der endgültigen Entscheidung nach den Ferien waren sie unterlegen.

Gegner der Elternbeiträge wie Barbara Meier, Wolf Koschitzke und Andreas Spriewald verwiesen auf die Belastung der Eltern. Insbesondere für sozial Schwache seien 30 Euro pro Kind und Schuljahr nicht zu tragen. Dagegen könne die Stadt eine Mehrbelastung von 3000 Euro, die durch Übernahme der Kosten entstehen, schultern.

Die Mehrheit im Stadtparlament sah das - auch angesichts der Auswirkungen der Krise - anders. Sabine Wundrak-Geritz verwies auf die Ungleichbehandlung: Für 100 Grundschüler zahlt die Stadt, für 250 Realschüler und Gymnasiasten aber nicht. Torsten Lange sagte, dass Warin etwas ausgehebelt hat, was im Schulgesetz des Landes geregelt ist. Die Stadtvertreter könnten ihre Parteien ansprechen, um das Gesetz zu ändern.

Die Wariner war die einzige Schule im Amtsbereich Neukloster-Warin, in der keine Elternbeiträge erhoben wurden, erklärte Marion Fiebenitz, Hauptamtsleiterin in der Stadtverwaltung in Neukloster. Bei ihr gab es keine Beschwerden aus dem Amtsbereich wegen der Elternbeiträge, da sie für Materialien eingesetzt werden, die die Kinder verbrauchen. Nur eine Mutter aus Warin fragte nach, als ihr Kind in die fünfte Klasse kam und plötzlich der Betrag fällig wurde.

Auch im Amt Sternberger Seenlandschaft wird das Geld an allen Schulen kassiert, erklärte Verwaltungschef Jochen Quandt. Schon zu DM-Zeiten war es ein fester Betrag, der pro Schuljahr fällig war.

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erstellt am 05.Sep.2010 | 06:50 Uhr

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