Lützow : Wann verschwand der Wasserturm?

 Dampflokomotive 91 134  zwischen Schwerin und Rehna. Malte behnk
1 von 2
Dampflokomotive 91 134 zwischen Schwerin und Rehna. Malte behnk

Walter Gaida will tiefer in die Geschichte des historischen Bahnhofs eintauchen. Er sucht nach Hinweisen darauf, wann der Wasserturm des Lützower Bahnhofes abgerissen wurde

von
22. November 2010, 11:32 Uhr

Der Ort Lützow hat eine Geschichte, die sich zumindest in teilen bis ins 13. Jahrhundert zurück verfolgen lässt - ein Steckenpferd des Ortschronisten Walter Gaida. Die Geschichte des Schlosses beziehungsweise Herrenhauses in Lützow begann nach Aufzeichnungen 1270 durch den Knappen William de Bülowe, dessen Ritter mit der Bewachung des Schlosses in Gadebusch betreut waren. Seit dieser Zeit konnten die Eigentümer lückenlos bis 1945 nachgewiesen werden. Im 14. Jahrhundert war das Gut im Besitz der Familie von Lützow. Um 1616/17 wird Volrad von Lützow als Besitzer genannt. Das Gutshaus wurde 1876 im historisierenden Prunkstil für die Familie von Bassewitz-Behr umgebaut, die seit 1866 bis 1945 im Besitz des Gutes war.

Und mit der Bahn hat auch das Objekt zu tun, mit dem sich Walter Gaida zurzeit beschäftigt. Er sucht nach Hinweisen darauf, wann der Wasserturm des Lützower Bahnhofes abgerissen wurde. Das Reservoir ist auf einer Zeichnung gut zu erkennen und diente einst an der Bahnstrecke zwischen Schwerin und Rehna den Dampflokomotiven zum Betanken der Kessel. Bekannt ist, dass die Bahnstrecke 1897 eröffnet wurde. Seitdem rollen die Züge zwischen der Landeshauptstadt und Rehna. Dabei passieren sie den Lützower Bahnhof.

Das historische Gebäude wurde, so hat es Walter Gaida bisher belegt, im Jahr 1911 fertig gestellt und wies einen Fachwerkturm auf, in dem Wasser für die Lokomotiven gelagert war. Unbekannt ist dem Ortschronisten allerdings bis heute, wann der obere Teil des Bahnhofes, also dieses Wasserreservoir, abgerissen wurde.

Gaida vermutet, dass es um 1940 herum geschehen sein muss. Der Lützower bittet ehemalige oder noch heutige Nachbarn des Bahnhofs, einmal in alten Aufzeichnungen oder Fotoalben zu stöbern. "Vielleicht findet der eine oder andere ja Bilder, die auf bestimmte Jahre festlegbar sind. So ließe sich vielleicht einordnen, wann der Wassertank verschwunden ist", sagt Gaida.

Er fände es schön, wenn das in der Zeichnung mächtig erscheinende Element des Bahnhofes wieder aufgebaut werden könnte. Das Gebäude ansich war vor drei Jahren für knapp eine halbe Million Euro saniert worden. Walter Gaida meint, es gebe auch Interesse und Finanzierungsmöglichkeiten, den Wasserturm wieder auf den historischen Bahnhof zu setzen. Das würde auch die Fahrten der Dampflokomotive 91 134 der "Schweriner Eisenbahnfreunde e.V." bereichern, die immer wieder mit Sonderfahrten zwischen Schwerin und Rehna die Mitreisenden und hunderte Schaulustige an der Strecke begeistert. Das schwarze, schnaufende Gefährt stellt für viele einen nostalgischen Teil der Geschichte dar. Dabei waren in Westdeutschland bis 1977 und in der DDR sogar bis 1988 Dampfloks noch regulär im Betrieb. Erst danach wurden sie flächendeckend durch Diesel- und Elektroloks abgelöst.

Der Lützower Walter Gaida sucht vorerst nach Material, das belegen könnte, wann das Reservoir des Lützower Bahnhofs überhaupt verschwunden ist. Wer zeitlich festlegbare Informationen darüber, Dokumente oder Bilder hat, kann sich telefonisch an Walter Gaida in Lützow unter der Nummer 03 88 74/ 22568 wenden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen