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Lokales

23. November 2017 | 16:15 Uhr

Waldtiere finden immer weniger Futter

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2011 | 06:30 Uhr

Hagenow | Die Tiere im Wald leiden unter den Folgen des Winters. Aufgrund der wechselnden Temperaturen verharscht der Schnee, der Waldboden wird hart, Hasen, Rehe, Hirsche und Wildschweine kommen nicht mehr oder nur noch mit großen Anstrengungen an das Futter ran. Angesichts der zu erwartenden Wettersituation wird der Landkreis aber nicht die Notzeit für die Waldtiere ausrufen.

"Wir gehen davon aus, dass die Witterung milder wird und sich damit die Voraussetzungen verbessern, dass die Tiere im Wald wieder an Futter ran kommen", sagte Andreas Bonin vom Landkreis.

Für Dr. Otto Ohnedorfer, den passionierter Jäger aus Hagenow, leiden aber die Tiere im Wald Not. "Für mich ist es schon ungewöhnlich, wenn die Tiere im Wald bereits im Dezember Mangel leiden. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, in unseren Revieren zuzufüttern", sagte der erfahrene Jäger gestern im Gespräch mit SVZ. Das betrifft konkret die Jagdpachten in der Bekow, in Granzin, in Glaserhorst und im Remel.

"Wir sahen uns einfach veranlasst, etwas zu machen. Denn auch die Eichen und Kastanien im Wald tragen keine Früchte, die sich die Tiere sonst holen könnten. Und kompliziert wird es sowieso, wenn es wieder anfängt zu frieren", bemerkt Ohnedorfer abschließend. Sven Seifert vom Forstamt Jasnitz sieht in der naturnahen Forstwirtschaft eine Grundlage, um den Tieren jetzt natürliche Futterquellen zu erhalten. Dabei geht es um die Erhöhung des Laubholzanteils, um gemischte Waldbestände, damit die Tiere besser Nahrung finden und äsen können. Ein weiterer Punkt der naturnahen Forstwirtschaft ist nach seinen Worten die Pflege von Waldrändern und begrenzt auch Waldwiesen. Zudem steht den Tieren Kronenholz aus dem Schnee- und Eisbruch sowie von gerodeten Bäumen zur Verfügung. Um das Wild nicht unnötig zu beunruhigen, wurden auch die geplanten Treibjagden abgesagt.

"Bei uns im Forstamt leiden Dam-, Rot- und Rehwild unter dem starken Winter. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass der Winter die natürlichste Selektion ist, die es für die Bestände gibt. Die alten, schwachen und kranken Tiere verenden im Winter und nicht im Sommer", sagt der Forstmann.

Was ist Notzeit?

Während der Notzeit verfügt das Wild über zu wenig Nahrung und ist auf von Menschen angelegte Futterquellen angewiesen.

Notzeiten werden gesetzlich festgelegt, im Landkreis Ludwigslust ist die Untere Jagdbehörde dafür zuständig, die sich nach Absprache mit den zuständigen Stellen dazu entschlossen hat, keine Notzeit festzulegen. Eine Notzeit besteht bei hoher oder gefrorener Schneedecke, kann aber auch bei Frost, Dürre oder Überschwemmungen festgelegt werden. Die meisten Bundesländer haben entweder die Notzeit, in der das Wild vor Futternot geschützt werden muss, zeitlich befristet oder den Zeitraum, in dem nicht gefüttert werden darf, gesetzlich geregelt.

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