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Lokales

21. September 2017 | 09:06 Uhr

Waisengärten: Protest nimmt zu

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erstellt am 12.Okt.2010 | 08:05 Uhr

Werdervorstadt | Nach 13 Jahren unterschiedlicher Planung, verschiedener Investoren und eines neuen Besitzers schien mit der Abstimmung eines so genannten Masterplanes der Weg frei zu sein für die Entwicklung der Waisengärten. Jetzt sollen die Stadtvertreter mit einer politischen Entscheidung den Weg ebnen, damit die Entwicklungsgesellschaft Schwerin (EGS) als Eigentümer der Gartenanlage mit der Erschließung beginnen kann. Doch der Widerstand gegen das Bauvorhaben wird immer stärker.

Die Schweriner Bürgerini tiative Werdervorstadt, Anwohner, der BUND und Stadtvertreter der Unabhängigen Bürger, der Grünen und der Linken kritisieren "die zweitgrößte Gartenvernichtung in der Geschichte der Stadt", so Hartmuth Lorenz von der Bürgerinitiative und fordern die Einstellung der Bauplanungen sowie eine nachhaltige Lösung im Sinne der Buga für den größten Teil dieser Fläche.

Aus Sicht der Fraktion der Unabhängigen Bürger ist die Überbauung der bisherigen Gartenflächen zurzeit vollkommen unnötig, weil ge nügend andere Flächen in guten Lagen vorhanden sind: "Schwerin benötigt keine weiteren Premium-Wohnstandorte. Was wir brauchen, ist die Beseitigung von städtebaulichen Missständen in der Stadt, etwa der alten Brauerei am Ziegelinnensee. Hier muss die Verwaltung dringend tätig werden, anstatt Biotope zu vernichten", so Rolf Steinmüller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Laut Steinmüller sei ein Masterplan "ein völlig unübliches Verfahren" und führe zu Verunsicherungen der Nutzer, keiner wolle an einer Dauerbaustelle Gartenpächter sein. Die Verwaltung, so Steinmüller, solle einen ordentlichen B-Plan vorlegen oder es ganz lassen.

An der grundsätzlichen Bebauung der Waisengärten könnte die neuerliche Diskussion um den Grünplan noch etwas ändern, hofft Hartmuth Lorenz. "Hätten das die Stadtvertreter bereits im Flächennutzungsplan 1997/98 geklärt, gäbe es heute keine Diskussion. Kämen jetzt aber neue Mehrheiten in der Stadtvertretung zustande, könnte das Folgen haben, wie damals bei der Änderung des Rahmenplanes Werdervorstadt. Die Bau-Reduzierung zwang die Hanseatica 1998 in die Knie." Der erste Investor für die Waisengärten war Geschichte.

Laut EGS hätten sich mittlerweile im Gartenverein Schwaneninsel "bis auf wenige Ausnahmen alle Pächter für die Entschädigung und gegen eine befristete Weiternutzung des Kleingarten areals entschieden". Im Verein Seeblick hören zehn der 53 Pächter zum Jahresende auf. Die EGS will das 8,4 Hektar große Areal in drei Bauabschnitten erschließen. Entstehen sollen dort zwischen 250 und 300 Wohn einheiten in verschiedenen Gebäuden - vom Mehrgeschossbau bis hin zu Stadtvillen. 40 Prozent der Fläche sollen unbebaut bleiben.

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