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Lokales

23. September 2017 | 06:02 Uhr

Wackelt der Stuhl des Wirtschaftsförderers?

vom

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2010 | 07:26 Uhr

Nordwestmecklenburg | Die modernste Kaffeefabrik Europas in Upahl, die Großbäckerei Kamps in Lüdersdorf und der weltweit bekannte Sprühkopfhersteller Lindal in Schönberg - diese und andere Firmen haben sich in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Mit dafür verantwortlich ist Martin Broziat. Er ist seit Ende 2003 Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis, die Gewerbegebiete erschließt und vermarktet.

"Wenn ich das einfach mal summiere, dann hat das, wo die WFG aktiv dran beteiligt war, in den letzten sechs Jahren rund 1000 Arbeitsplätze gebracht", resümiert Broziat.

Mittlerweile erschließt die Gesellschaft allerdings keine Flächen mehr. Und sie verkauft auch so gut wie keine, bedauert Christian Albeck, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreis.

"Sich auf den Erfolgen der letzten Jahre auszuruhen, geht natürlich nicht. Wir alle müssen im täglichen Leben unsere Leistung bringen und das erwarten wir natürlich auch als Kreistagsmitglieder vom Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft", so Albeck.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft schreibt mittlerweile sogar rote Zahlen. Erst im Dezember musste der Kreistag 287000 Euro zu schießen. Er forderte Broziat gleichzeitig auf, bis März ein Konzept zur Rettung der Gesellschaft vorzulegen. Das Konzept kam aber zum einen zu spät und löst zum anderen die finanziellen Probleme nicht. Aufsichtsratsmitglied Roland Anderko: "Wir hatten im Dezember gesagt, er habe ein Konzept zu entwickeln, an dem er gemessen wird. Und dieses Konzept entsprach nicht der Intention des Aufsichtsrates."

Deshalb muss Martin Broziat Ende des Jahres offenbar gehen. Nach Informationen unserer Zeitung soll ihm gekündigt werden. Landrätin Birgit Hesse wollte sich dazu noch nicht äußern. "Über Personalien möchte ich an dieser Stelle überhaupt nicht sprechen", sagt sie. Hesse möchte allerdings, dass der Geschäftsführer künftig beim Kreis arbeitet und nicht mehr als eigenständiger Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung.

Ein Vorteil, sagt der CDU-Kreistagsvorsitzende, Hans-Heinrich Uhlmann: Denn der Kreis würde so Geld sparen. "Ich gehe davon aus, dass eine Stelle innerhalb der Verwaltung wesentlich weniger dotiert ist als die Geschäftsführerposition. Ich denke mal 30 bis 40 tausend Euro sind da sicherlich weniger auszugeben."

In einem sind sich Christian Albeck, Roland Anderko, Martin Broziat, Birgit Hesse und Hans-Heinrich Uhlmann einig: die Gesellschaft ist wichtig, um auch künftig Firmen wie den Kaffeehersteller Viva Coffee, die Großbäckerei Kamps oder den Sprühkopfhersteller Lindal in den Nordwestkreis zu locken.

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