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Lokales

26. September 2017 | 07:29 Uhr

VS-Fonds: Anleger wollen klagen

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2010 | 08:35 Uhr

Rostock | Der Interessenverband der Geschädigten von Volkssolidarität Geldanlagen (IVG) will jetzt Musterklagen bei Gericht einreichen. "Unser Anliegen ist reine Wiedergutmachung, nicht die Strafverfolgung", sagt IVG-Vorsitzender Gottfried Hörnig. Es geht um neun Millionen Euro.

Bisher haben sich rund 800 der bundesweit 1600 geschädigten Anleger gemeldet, um dem Verband beizutreten. Sie haben ihr Geld im Millionen-Skandal um zwei in die Insolvenz geführte Immobilienfonds und durch die Pleite der Prof. Dr. Ihlefeld-Stiftung verloren. Die übrigen Anleger will der Verband in der kommenden Woche anschreiben. "Ein Zusammenschluss ist der einzig verbliebene Weg", sagt Dr. Jürgen Fischer von der Neuen Verbraucherzentrale (NVZ).

Denn bislang habe die Volkssolidarität eine Aussitz-Taktik verfolgt - die Masse der ehemaligen Anleger ist zwischen 70 und 90 Jahre alt. "Mindestens zehn Prozent der Geschädigten sind bereits Erben aus der zweiten Generation", sagt Fischer. Die hätten noch weniger Kenntnis über mögliche Schritte als ihre Eltern. Auch deshalb werde seine Verbraucherzentrale den neu gegründeten Verband weiter beraten und unterstützen. Die Organisation der Geprellten liegt jetzt aber in der Hand des neunköpfigen Vorstands des IVG.

Dessen Arbeit wird durch die Weigerung der Verantwortlichen bei der Volkssolidarität zur Zusammenarbeit erschwert. "Der Bundesverband der Volkssolidarität hat gegen mich eine einstweilige Verfügung erwirkt", sagt Fischer. Demnach dürfe er ihn nicht mit dem Skandal in Verbindung bringen. Sie sei Fischer allerdings nicht zugestellt worden und daher unwirksam. Auch der Landesverband habe ein unannehmbares Gesprächsangebot unterbreitet. "Da sollten wir einfach nur belehrt werden", sagt Fischer.

Dem IVG-Vorstand gehören auch zwei Mitglieder an, die nicht direkt von dem Skandal betroffen sind. "Wir wollen offen für Unterstützer unseres Anliegens sein", sagt Hörnig. Das sei nicht nur materielle Entschädigung, sondern vor allem eine moralische. Viele der Anleger hätten ihre gesamten Ersparnisse verloren. "Bis heute gibt es keine Entschuldigung", sagt Hörnig. Dabei hätten die Verantwortlichen der Fonds bereits drei Jahre vor der Insolvenzanmeldung um die Verhältnisse gewusst, die Anleger aber bewusst getäuscht.

Hörnig selbst war bis 2006 beim Kreisverband Bad Doberan/Rostock-Land für das Personalwesen zuständig. Zwei Tage, nachdem er dem Landesverband von seinem Anfangsverdacht in dem Skandal informierte, wurde ihm gekündigt.

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