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Bürgerinitiative warnt vor Klärschlamm aus aller Welt : Vorwurf: MV fördert Mülltourismus

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Die geplante Klärschlammtrocknungsanlage auf der umstrittenen Deponie Ihlenberg in Selmsdorf sorgt weiter für Unmut. Bis zu 100 000 Tonnen feuchter Klärschlamm sollen auf den Ihlenberg gebracht werden.

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2011 | 08:52 Uhr

Selmsdorf | Die geplante Klärschlammtrocknungsanlage auf der umstrittenen Deponie Ihlenberg in Selmsdorf sorgt weiter für Unmut. Haat Hetlef Uilderks von der Bürgerinitiative "Stoppt die Deponie Schönberg" ist "entsetzt" über die Pläne. Er ist Mitglied im Deponiebeirat. "Der Beirat weiß nichts von den Plänen. Es werden Vorhaben durchgeführt, ohne die Anwohner einzubinden. Mit der Folge, dass so etwas nicht akzeptiert wird und die Leute sich verschaukelt vorkommen", so Uilderks.

Nach Angaben von Deponie geschäftsführer Berend Krüger könne die Anlage bis zu 18000 Tonnen Klärschlamm trocknen. Das sei allerdings nur der Output, also das, was am Ende rauskommt. Um so viel Klärschlamm zu trocknen, müssten zwischen 60 000 und 100 000 Tonnen feuchter Klärschlamm auf den Ihlenberg gebracht werden", sagt der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Uwe Lembcke. Das würden zusätzlich mehrere tausend Lkw pro Jahr sein. Für Haat Hetlef Uilderks werde so "massiv" der Mülltourismus gefördert. "Jede Partei in Deutschland sagt heute: Müll muss da entsorgt werden, wo er anfällt. Es gibt sogar eine EU-Richtlinie dafür. Aber die, die politische Verantwortung für diese Deponie tragen, Wirtschaftsminister Seidel und Staatssekretär Möller, fördern genau das Gegenteil, nämlich den Mülltourismus. Und dann von ortsnaher Entsorgung zu sprechen: Das ist doch nichts weiter, als die Leute für dumm zu verkaufen." Schließlich akquiriere die größte Sondermülldeponie Europas ihren Müll weltweit. Schon jetzt , komme der Klärschlamm aus Italien, aus Österreich und aus Hamburg. "Ich kann der Gemeinde Selmsdorf nur raten, alles sehr kritisch zu hinterfragen und sich externen Rat einzuholen", sagt Uilderks.

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