Vorsicht vor verlockendem Angebot

von
19. Juni 2010, 01:57 Uhr

Barkow | Sie hätten noch

Asphalt von einer anderen Baustelle

übrig und könnten damit ganz preisgünstig den Hof ausbessern. Dieses Lockangebot machte eine ausländische Kolonne Andreas Hülße in Barkow. Das Material koste gar nichts, es falle nur Arbeitslohn an. "Ich bin mehrmals angesprochen worden, obwohl ich gleich sagte, dass ich kein Interesse habe", so der Betreiber des Hotels im Barkower Gutshaus. Nach den Fahrzeug-Kennzeichen und dem Akzent handele es um Engländer oder Iren.

Bei der Polizei sind schon einige

Anrufe verunsicherter Bürger eingegangen, bestätigt Ulf Theodor Claassen, der Leiter der Parchimer Polizeiinspektion. Die Asphaltkolonne sei offenbar mit der Fähre gekommen und agiere im gesamten norddeutschen Raum. Das aktuelle EU-Recht erlaube ihr das. Und da der

Asphalt nicht gestohlen und Schwarz arbeit nicht nachweisbar sei, liege keine Straftat vor, die die Polizei auf den Plan rufen und zu Ermittlungen führen könnte, erklärt Claassen. In einzelnen Fällen seien zwar hinterher Qualitätsmängel zu Tage getreten, wie eine zu dünne Schicht und Risse schon nach kurzer Zeit, doch das sei kein Betrug und werde von den Gesetzeshütern nicht verfolgt, fügt der Parchimer Polizeichef hinzu. Er empfiehlt allen, die so eine Offerte erhalten, ein Vergleichsangebot von einer heimischen Firma einzuholen. Das sieht Cornelia Nagel, Juristin bei der Neuen Verbraucherzentrale in Schwerin, genauso. Wer nicht beabsichtigte, seinen Hof zu befestigen, dürfte auch auf ein Angebot dieser Art, und wenn es preislich noch so verlockend ist, ohnehin nicht eingehen. Und wer eine Schwarzdecke plant, sollte sich von zwei, drei Betrieben aus der

Region Angebote einholen. Auf keinen Fall sollte angezahlt oder nach Fertigstellung bar beglichen werden, sondern auf Rechnung, rät die Verbraucherschützerin. Regress ließe sich bei solchen mobilen Kolonnen kaum durchsetzen.

In die Nähe von Betrug geriet dagegen, nennt Claassen einen anderen Fall von Dienstag im Sternberger Raum, als versucht wurde, minderwertigen Goldschmuck aus dem Auto heraus an der Bundesstraße zu verkaufen. Dabei werde häufig mit falschen Goldstempeln gearbeitet und der Käufer übers Ohr gehauen. Als die Polizei kontrollieren wollte, seien die windigen Schmuckverkäufer über alle Berge gewesen.

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