Vormann Roland Trost seit 1968 dabei

Organisiert: Vormann Roland Trost reiner Frank
Organisiert: Vormann Roland Trost reiner Frank

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23. April 2010, 07:26 Uhr

Rostock | Auf dem Pier II des Rostocker Seehafens bereiten Mitarbeiter der General Cargo Terminal GmbH (CGT) die Verschiffung von Drahtrollen und Windkraftanlagen vor. Vormann Roland Trost bespricht mit seiner Crew anhand der Staupläne den Ablauf der Verladearbeiten. Er verantwortet in seiner Funktion im Zusammenwirken mit Schiffsführung und Makler die Organisation der Schiffsabfertigung.

Roland Trost (58) ist ein erfahrener Hafenfachmann. Bereits seit dem 1. September 1968, seit seiner Lehre als Ladungskontrolleur, ist der Hafen sein Tätigkeitsfeld. In seinem arbeitsreichen Leben hat er tausende Tonnen der verschiedensten Ladungsgüter im Zusammenwirken mit Anschläger und Kranfahrer aus den Luken der Schiffe an Land gehievt oder an Bord verstaut. So waren beispielsweise Rinder- und Schweinehälften oder Säcke mit Importzucker aus Kuba zu buckeln. 218 Tonnen waren bei Zucker in Säcken je 50 Kilo die Norm, über 300 Tonnen wurden vielfach geschafft erinnert er sich. Metalle, Versorgungsgüter für die Sowjets und auch Kartons mit Bananen gingen über die Kaikanten. Er wurde Gangleiter, schließlich Meister in der Stauerei und Vormann. Ausgleich findet er daheim in Haus und Garten und dem kleinen Segelkutter.

"Ein zuverlässiger, einsatzfreudiger Kollege", sagt sein Geschäftsführer Gerd-Michael Petereit über ihn. 22 Mitarbeiter zählt dieses Tochterunternehmen der Seehafen Rostock Umschlagsgesellschaft. Bei Bedarf verstärken sie sich durch den GHB-Arbeitskräftepool. Sie arbeiten von Montag bis Freitag zwischen 5.30 und 22.30 Uhr in zwei Schichten, müssen auch am Wochenende in Bereitschaft sein. Die flexible Arbeitszeit richtet sich in Abstimmung mit dem Betriebsrat letztlich nach dem Zulauf der Schiffe und den sich daraus ergebenden Erfordernissen, berichtet der Vormann. Windkraftanlagen, das Gros für Nordex, gehören gegenwärtig zu den wichtigsten Umschlagsgütern. Zement-Verschiffungen sind mit jährlich etwa 500 000 Tonnen eine feste Größe geblieben. Verladungen von Gipskarton und Stahl machen sich dagegen rar. "Es läuft durchwachsen", bilanziert so Petereit. Seine Leute haben aber bis hin zur Einlagerung der Güter aber gut zu tun, Kurzarbeit ist hier nicht angesagt.

Der Pier II (Hansakai) zwischen Hafenbecken A und B war über Jahrzehnte das Herzstück des Hafens. Hier lagen zu DDR-Zeiten die Schiffe im Doppelpack. Nach der Wende wurden hier die ersten Konzepte für den Fährverkehr mit GT-Link und TR-Line umgesetzt, der 1994 zum Warnowkai verlagert wurde.

Im Rostocker Seehafen wurden im ersten Quartal 2010 etwas über fünf Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Das ist ein Zuwachs von etwa fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der resultiert insbesondere aus Steigerungen bei Schütt- und Flüssiggütern. Der Umschlag von Getreide floriert, das Kraftwerk ist in diesem Jahr kontinuierlich mit Kohle zu versorgen und auch die Verschiffungen von großen Rohren durch EEW schlagen zu Buche. Der Fähr- und Ro/Ro-Verkehr stagniert aber weiter auf dem niedrigen Vorjahresniveau, ging bei Ro/Ro unter anderem durch die Aussetzung des Verkehrs nach Ventspils durch Scandlines sogar noch zurück.

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