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Lokales

21. November 2017 | 02:08 Uhr

Vor dem Angeln kam das Bohren

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erstellt am 02.Jan.2011 | 07:28 Uhr

Güstrow | Als allererstes waren Bohrer und Äxte gefragt, ehe die Angeln ausgepackt wurden und mit Fleischmade auf Plötz oder mit "Mammuschka" - ein kleiner Haken mit Silberstückchen, die Insekten oder kleine Fische immitieren - der Fisch aus dem Inselsee herausgeholt wurde. Mit dem traditionellen Pfannkuchenangeln am Silvestertag ließen rund 20 Mitglieder des 1. Güstrower Angelvereins von 1923 das Jahr ausklingen. Weil die vereinseigene Fischaufzuchtanlage an der Nebel wegen des Schnees nicht erreichbar war, gab es dieses Jahr ein Eisangeln auf dem Inselsee. Neujahr wäre das wegen gestiegener Temperaturen nicht mehr möglich gewesen. "Eigentlich bin ich nicht unbedingt ein Eisangler, denn ich bevorzuge die eisfreie Nebel. Aber es ist eine Vereinsveranstaltung und deshalb mache ich mit", erklärt Uwe Stolpe. Der Güs trower gehört dem Verein seit 14 Jahren an und wurde 2010 hinter Henrik Möller Vize-Angelkönig des Vereins.

Vereinsvorsitzender Reinhard Kruse bestätigt: "Wir machen viel gemeinsam, rund zehn Veranstaltungen im Jahr, treffen uns ansonsten natürlich viel am Bootshaus und gehen auf Angeltour." Zu den Angeboten gehören das An- und Abangeln auf Fried- und Raubfisch, das Paarangeln mit den Frauen und Einsätze, bei denen Pachtgewässer wie der Gliner See oder der Schmidtsche Teich sauber gehalten werden. Kruse schmunzelnd: "Den Tag der Gewässerpflege, zu dem der Landesverband 2010 aufgerufen hatte, hat der sich, glauben wir, von uns abgekupfert." Was den Anglern dabei allerdings gar nicht gefällt: Sie müssen die Kosten für das Saubermachen der überwiegend städtischen Gewässer allein tragen. "Da könnte uns die Stadt ruhig unterstützen", betont Reinhard Kruse.

Uwe Stolpe nickt und schaut auf das Eisloch. Beim Eisangeln benutzt er eine kurze Angel, denn der Vorteil ist, dass er nahe am Fisch sitzt. Bisher biss aber noch keiner an. Stolpe sitzt auf einem Klappstuhl, hat dicke Thermostiefel an und ist nach dem Zwiebelhautprinzip angezogen. Das musste auch Silvester sein, obwohl an dem Morgen bereits Plusgrade waren.

Nach zwei Stunden war das Pfannkuchenangeln beendet und im Bootshaus warteten Kaffee, Pfannkuchen, Glühwein und ein Schluck von Peter Heitmann, der Silvester seinen 66. Geburtstag feierte. "Es machte Spaß. Das war auch das Ziel", sagten alle.

Auf die 320 bis 350 Mitglieder wartet wieder ein interessantes Angeljahr. "Im März wählen wir einen neuen Vorstand", so Reinhard Kruse. Schön wäre es, erzählt er, wenn mehr Kinder und Jugendliche in den Verein eintreten würden. 15 sind es bisher. Kruse nennt Gründe: kein Interesse, die Kosten von 50 Euro für den Fischereischein und eine schwere Prüfung. "Da muss man schon ein halber Biologe sein, um ihn zu bekommen", berichtet er.

In der Vereinsanlage in der Ex-Militärbadeanstalt züchten die Angler Schlei auf natürlichem Weg. An Fischen werden sie ähnliche Mengen in die Gewässer einsetzen wie 2010: Da waren es 600 Kilogramm Karpfen, sechs Kilogramm Aal und 200 Hechte.

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