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Schwerin: Neues Einsatzgebiet für die „Mecklenburg“ : Von Schwerin nach Heidelberg?

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Seit den 20er-Jahren schippert die "Mecklenburg" Passagiere. Nachdem der Fährbetrieb Richtung Kaninchenwerder eingestellt wurde, hatte sie kein Einsatzgebiet mehr. Das könnte sich schlagartig ändern.

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2011 | 12:51 Uhr

Schwerin | So lange wie sie fährt noch keine auf dem Schweriner See: Seit den 20er-Jahren schippert die "Mecklenburg" Passagiere über hiesige Gewässer. Nachdem jedoch der Fährbetrieb Richtung Kaninchenwerder eingestellt wurde, hat sie kein eigenes Einsatzgebiet mehr. Das könnte sich in diesem Jahr schlagartig ändern: Der Freundeskreis Neckarfähre e.V. hat Interesse an dem Schiff angemeldet und möchte es gerne nach Heidelberg holen. Erste Verhandlungen mit der Weißen Flotte laufen.

In Dienst gestellt wurde das 20 Meter lange Schiff, das derzeit rund 80 Passagiere aufnehmen kann, als MS Hindenburg. Am 13. Mai 1925 erreichte es direkt von der Schiffswerft Stralsund den Schweriner See. Seinen Namen änderte es noch mehrfach, z.B. in MS Schwerin und MS Sowjetfreundschaft.

"Die ,Mecklenburg stand zwar nicht offiziell zum Verkauf, aber wir denken nach der Anfrage aus Heidelberg jetzt natürlich intensiv darüber nach", sagt Hans-Ulrich Getz, Inhaber der Weißen Flotte. "Schließlich kostet auch ein Schiff, das nicht fährt, viel Geld. Es muss be- und entwässert, regelmäßig gestrichen und natürlich versichert werden." Ein neues Einsatzgebiet für die Mecklenburg sei schon mehrfach gesucht worden. Im Gespräch war z.B., eine Fährverbindung nach Leezen zu schaffen und dafür das 86 Jahre alte Motorschiff einzusetzen. "Mit dem Schiff quer über den See ist man schneller von Schwerin in Leezen, als wenn man mit dem Auto um den halben See fährt", so Getz. "Deshalb wäre eine Fähre vor allem ein gutes Angebot für Pendler." Doch für das Projekt müsste in Leezen u.a. der Anlege-Steg verlängert werden. Obwohl seit mehreren Jahren laut über das Vorhaben nachgedacht wird, gab es bislang keine Fortschritte. Die "Mecklenburg" nur für diese Vision aufzubewahren lohne wohl nicht.

Auch als Party-Schiff biete sie sich nicht an, da die Einrichtung mit den historischen Holzbänken auf Fährverkehr angelegt ist. Ein Umbau käme teuer, außerdem steht als Miet-Schiff bereits die "Elfriede" zur Verfügung. "Ein Schiff zu halten, nur weil es schön ist, ist wirtschaftlich leider nicht machbar", sagt Hans-Ulrich Getz. Wenn die Heidelberger also die nötigen Genehmigungen, passende Anlegestellen und das Geld auftreiben können, dann geht die "Mecklenburg" vielleicht noch in diesem Jahr an den Neckar. Innerhalb von elf Tagen könnte sie über Flüsse und Kanäle auf dem Wasserweg nach Heidelberg fahren, umgebaut werden und fortan wieder Fährdienst auf dem Neckar tun. "Die Leute da unten sind wirklich mit Herzblut bei der Sache", betont Getz. "Vielleicht können wir über die ,Mecklenburg sogar eine touristische Partnerschaft zu Heidelberg entwickeln." Er fände es gut, wenn das Schiff seinen Namen behalten und so im tiefsten Baden-Württemberg Werbung für den Norden fahren würde. Aber das ist noch Verhandlungssache.

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