Von Schafen und Lämmern

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23. März 2010, 09:38 Uhr

Dömitz | "Es war einmal…" - so fangen in der Regel Märchen und Fabelgeschichten an. Auch die Geschichte von Ute Stender beginnt so. Bei ihr war einmal … "ein kleines weißes Schaf, das hieß Schnuppe. Es wurde geboren als es schneite. An diesem Tag waren die Flocken wie dicke Minischafe vom Himmel gefallen und hatten alles in einen weißen weichen Flaum gehüllt. ,Hört das denn gar nicht auf, diesen Winter?, sagte die Mama von Schnuppe, und kurz darauf landete Schnuppe höchstpersönlich im Schnee, so dass sie niemand hörte, so weich landete sie. Außerdem war Schnuppe so weiß wie Schnee und deshalb bemerkte sie keiner…".

Drei Wochen Mutter-Kind-Kur auf der Insel Poel. Ute Stender und Tochter Martje (6) hatten Zeit. Viel Zeit für sich, viel Zeit für Erholung, viel Zeit für Ideen. Und so fing Ute Stender an, die Geschichte über eine Insel zu schreiben, auf der, durch einen Wald getrennt, zwei Schafherden leben. Die eine Herde besteht nur aus schwarzen Schafen, bis auf Schnuppe, das weiße Lamm. Die andere Gruppe ist weiß, bis auf Matschi, das schwarze Lamm. Dass es die jeweils andere Herde auf der Insel gibt, das weiß keines der Tiere - bis Schnuppe und Matschi sich zufällig treffen.

"Als die Geschichte ,Kleines weißes Schaf nach rund einer Woche fertig war, habe ich sie in der Kur erst anderen Müttern und Kindern gegeben, dann auch einmal vorgelesen", sagt die 43-jährige. Ein Kinderbuch ohne Bilder, da fehlt doch was - und so waren Zeichnungen zur Geschichte von allen willkommen, die Lust auf Malen oder Zeichnen hatten. "Ich wollte andere Kur-Teilnehmer, die Mütter und Kinder auffordern, kreativ zu sein und sie mit dieser Geschichte dazu inspirieren. So entstanden mehr als zehn beeindruckende Bilder", sagt die Künstlerin. Die technischen Anregungen gab Ute Stender, die studierte Glas- und Keramikdesignerin, die in Dömitz eine eigene Werkstatt leitet. Ihr persönliches Schlüsselerlebnis bei dieser Aktion sei gewesen, die Bildsprache der einzelnen Werke nicht durch den eigenen handwerklichen Anspruch zu verändern, damit der individuelle Charakter und die Wirkung der Bilder nicht beeinflusst werden. "Ich bin der Meinung, dass Kinder in ihren individuellen Lernweisen positiv gefördert werden müssen", so Stender. Die individuelle Kreativität sei dazu der ideale Weg.

"Als die Geschichte fertig war, ist etwas entstanden, das durchaus als Kinderbuch veröffentlicht werden könnte", sagt die Künstlerin, die das Projekt noch nicht abgeschlossen hat: "Es wäre schön, wenn noch mehr Bilder zu dieser Geschichte entstehen würden."

Wer wissen will, was Schnuppe und Matschi in den fremden Herden alles erleben und wie die Geschichte vom kleinen weißen Schaf ausgeht, der kann sich per e-mail bei Ute Stender in Dömitz unter der Adresse traumprojekt@gmx.net melden, denn dann gibt es die Geschichte als Word-Datei zugeschickt.

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