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Lokales

25. September 2017 | 18:56 Uhr

Von der Festspielbäckerin ins Produktionsbüro

vom

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2011 | 07:41 Uhr

Telefonate entgegen nehmen, Auskünfte erteilen, Hilfskräfte einweisen oder den gestressten Produktionsleitern einfach mal eine Tasse Kaffee in die Hand drücken: Karola Jaskiela ist die gute Seele im Festspielbüro. Als Produktionsassistentin hat sie stets ein Auge für die großen und kleinen Befindlichkeiten des Organisationsteams. "Es macht viel Spaß, hier mitzuarbeiten", sagt sie und betont, dass ihr die Arbeit mit Menschen sehr liege.

In einer völlig anderen Rolle hat Karola Jaskiela bereits im ersten Jahr den Elblandfestspielen einen Stempel aufgedrückt: Als Festspielbäckerin war sie für das Gebäck auf der preußischen Kaffeetafel zuständig gewesen, die auch in diesem Jahr heute Nachmittag wieder zum Schlemmen einlädt. "Die Kaffeetafel war eine recht spontane Idee, denn als besonderer Gast hatte sich Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, ein Urenkel Kaiser Wilhelm II., angekündigt", sagt Karola Jaskiela. "Ich hatte damals eine Bäckerei am Stern, Jaskielas Backshop, und schon mehrfach mit der Stadt bei Veranstaltungen zusammen gearbeitet. So kamen wir darauf, den Prinzen mit einer traditionellen Preußischen Kaffeetafel zu empfangen."

Das Mobiliar dafür habe das Stadtmuseum zur Verfügung gestellt, "aber bei der restlichen Ausstattung mussten wir selber kreativ werden", sagt Jaskiela und lacht. "Die Tafel war natürlich zu lang für jede Tischdecke, da mussten wir selber eine nähen. Und dann die Kostüme! Da habe ich von einem Verleih richtige historische Trachten besorgt, mit langen Armen, reichlich Spitze und passenden Broschen", erinnert sie sich.

Damit war die Tafel aber noch keineswegs komplett. Reichlich Deko in traditionellem Preußisch Blau, dass natürlich auch auf dem Geschirr nicht fehlen durfte. "Da niemand etwas passendes hatte, musste eben mein eigenes Geschirr dafür herhalten. Und die Tafel sah wirklich fantastisch aus, wie jene auf historischen Fotos." Als Krönung präsentierte die Konditorin eine Torte, die ein Foto von Kaiser Wilhelm II. zierte. "Der Prinz war begeistert, denn dieses Foto kannte er noch gar nicht", sagt Karola Jastiela und klingt dabei ein bisschen stolz. "In jedem Fall war es eine gelungene Überraschung, und der Aufwand - ich hatte mir extra Bücher über diese Zeit aus der Bibliothek geholt - hatte sich so richtig gelohnt."

Wohl auch dank dieses gelungenen Einstandes ist die Kaffeetafel - inzwischen ihres preußischen Charakters beraubt - noch immer ein beliebter Treffpunkt für die Gäste der Veranstaltung am Samstag. "Durch die Professionalisierung der gastronomischen Versorgung ist heute natürlich alles durchgeplant, kein Vergleich mit dem Enthusiasmus der ersten Stunde", sagt Jaskiela.

Das Schwelgen in der Erinnerung findet ein jähes Ende, als Maximilian Haase, stellvertretender Produktionsleiter Technik, das Büro betritt und den üblichen Satz sagt: "Karola, kannst du mal bitte..."

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