zur Navigation springen
Lokales

17. Oktober 2017 | 06:02 Uhr

Von den Meistern lernen

vom

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2010 | 08:13 Uhr

Östliche Altstadt | Ab heute wird es lebhaft im Katharinenstift. Und das, obwohl die Studenten der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) eigentlich noch in den Ferien sind. Einige jedoch besuchen in diesen Tagen die 15. Internationalen Meisterkurse - den Sommercampus. "Auch wenn die Ferien zum Erholen da sind, kann ich nicht einfach aufhören, Geige zu spielen", sagt Isabella Kubiak. Das sei eine gute Zeit, um sich weiterzuentwickeln. Und der Meisterkurs von Professor Konstanty Andrzej Kulka, den Isabella besucht, sei dafür wie geschaffen.

80 Teilnehmer kommen aus insgesamt 17 Nationen

Auch HMT-Studentin Dong Dong Liu besucht einen Meisterkurs auf dem Sommercampus. Bis Freitag kommender Woche wird sie bei Professor Peter Ruzicka viel Neues über Komposition lernen. Der Schwerpunkt des Kurses liegt auf dem Schreiben von Werken für Streichquartette. "Ein Stück für Streichquartett habe ich bereits komponiert", sagt die 26-Jährige. Es ist sogar für die Aufführung während des Sommercampus ausgewählt worden. Das Minguet Quartett, dass in diesem Jahr mit dem Klassik-Echo für eine Aufnahme von Stücken Ruzickas ausgezeichnet wurde, spielt das Werk der Studentin. Auch das ist eine wichtige Erfahrung. "Sie kennen sich ja mit moderner Musik aus und wissen, was geht und was nicht umsetzbar ist", sagt Dong Dong.

80 Teilnehmer sind zu den diesjährigen Meisterkursen zugelassen, davon 24 HMT-Studenten. Sie kommen aus 17 Nationen unter anderem aus den USA, Neuseeland, China und Japan. Kurse gibt es in Gesang bei Anna Tomowa-Sintow, Violine bei Professor Kulka, Trompete bei Professor Gábor Boldoczki, Posaune bei Professor Jonas Bylund, Horn und Kammermusik bei Professor Michael Höltzel, Klavier bei Professor Matthias Kirschnereit, Komposition bei Professor Ruzicka und Kammermusik mit den Mitgliedern des Minguet Quartetts. Der Schauspiel-Kurs bei Armin Mueller-Stahl musste verschoben werden, weil der Dozent unerwartet durch Dreharbeiten verhindert ist.

Isabella hat ihren Dozenten bereits vor drei Jahren kennen gelernt. "Er ist unglaublich", schwärmt die 19-Jährige. "Ich bin gespannt zu erfahren, wie er es schafft, mit solcher Leichtigkeit zu spielen." In Polen, woher Isabellas Familie stammt, sei Kulka der bekannteste Geiger überhaupt. Von ihm zu lernen, das erfüllt die Violin-Studentin mit Stolz. Zwei Stücke hat Isabella für die gemeinsame Arbeit vorbereitet: Mendelssohn-Bartholdys Violinkonzert e-Moll und Schumanns Sonate a-Moll. Wenn sie im Kurs überzeugt, kann sie für das Abschlusskonzert mit der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot vorgeschlagen werden. "Das Spielen mit einem Sinfonieorchester ist für einen Instrumentalisten besonders interessant am Sommercampus", sagt die Geigerin.

Dong Dong freut sich vor allem auf das Treffen mit Gleichgesinnten. Der Kontakt und das Austauschen von Erfahrungen sei gerade für Kompositionsstudenten sehr wichtig. "Dabei kann man viele Ideen sammeln. Jeder hat seine ganz eigene Handschrift in der Komposition", sagt die Studentin aus China.

Nicht nur die Studenten profitieren vom jährlichen Sommercampus. Alle Interessenten haben die Möglichkeit, als Gasthörer Kurse und Proben zu besuchen. Dafür müssen sie sich nur im Kursbüro anmelden. Außerdem gibt es eine Reihe von Konzerten, die sowohl von Studenten als auch Dozenten gestaltet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen