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Integrationsarbeit in Schwerin : Von Ballett bis Sonntagsschule

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Rund 6200 Menschen mit Migrationshintergrund leben derzeit in der Landeshauptstadt. Mit vielen von ihnen hat Igor Peters, Vereinsvorsitzender vom Verein für Kulturelle Jugendarbeit und Integration, tagtäglich zu tun.

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erstellt am 11.Nov.2011 | 11:09 Uhr

Rund 6200 Menschen mit Migrationshintergrund leben derzeit in der Landeshauptstadt. Mit vielen von ihnen hat Igor Peters, Vereinsvorsitzender vom Verein für Kulturelle Jugendarbeit und Integration, kurz Kuljugin e.V., tagtäglich zu tun. Seit sechs Jahren engagiert der gelernte Kulturmanager sich in Schwerin und blickt auf langjährige Erfahrungen im Bereich der Integration zurück. "Wir haben viele verschiedene Angebote in unserem Verein, viele Freizeitaktivitäten und Projekte, bei denen wir vor allem die Menschen zusammenführen möchten und Integrationsarbeit leisten", erklärt Peters.

Angefangen hat der Verein mit gerade mal 20 Mitgliedern. Mittlerweile zählt Kuljugin rund 230 Mitglieder. Das Ziel ist, besonders junge Leute mit Migra tionshintergrund von der Straße zu holen und für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu gewinnen. Das Angebot des Vereins nutzen zu rund 80 Prozent Kinder, die in den Projekten miteinander ins Gespräch kommen, Probleme, Gedanken und Erfahrungen austauschen. Das wohl bekannteste Projekt ist das Showballett "Charme". Die Gruppe trainiert mehrmals die Woche und tritt bei vielen Veranstaltungen in Schwerin auf.

Doch auch Nachhilfeunterricht gibt es in der Sonntagsschule. Jedes Wochenende werden Schüler mit verschiedenen Kursen auf die Schule vorbereitet. Seit kurzem steht auch Sport mit auf dem Plan. "Wir versuchen den Alltag der Kinder so gut wie möglich mit unseren Angeboten zu gestalten", so der Vereinsvorsitzende. Mit der neuen Karateschule bekommen Kinder ab drei Jahren die Möglichkeit, sich zu integrieren und gleichzeitig zu entspannen - soziale Bindungen zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. "Das geht bei Kindern und Jugendlichen recht schnell, sie haben kaum Berührungsängste", weiß Peters. "Größere Probleme gibt es eher bei den Erwachsenen mit Migrationshintergrund."

Deshalb versucht der Verein alle Generationen anzusprechen. So trifft sich regelmäßig der Chor "Lebensfreunde". Bis zu sieben verschiedene Nationen kommen bei diesem Projekt zusammen, meistens proben dann rund 30 Sänger. "Musik schafft eine gute Grundlage, um miteinander zu kommunizieren und gleichzeitig können die Teilnehmer ihre Sprachprobleme verringern", erzählt Peters.

Ein Stück alte Heimat nach Schwerin bringen

2010 zog Kuljugin e.V. mit in das Gebäude des DRK Jugend- und Freizeitzentrums "bus stop" in die Bernhard-Schwentner-Straße. "Wir versuchen jedoch nicht nur Integrationsarbeit zu leisten. Wir müssen auch daran denken, nicht nur die neue Kultur näher kennen zu lernen, sondern auch die eigene zu behalten", erklärt Peters. Der Verein veranstaltet mehrmals im Jahr verschiedene Feste, die ein Stück alte Heimat auch nach Schwerin bringen. So wurde das Jolkafest - am gregorianischen Silvesterabend - zum Beispiel schon zu einem festen Bestandteil. Neben den Projekten und Angeboten im Verein werden über das Jahr auch verschiedene Aktionen in Kooperationen mit anderen Netzwerkpartnern organisiert.

Ein Sportfest für alle Generationen, gemeinsame Ausflüge oder verschiedene Turniere finden dann in Schwerin statt. Und die Gemeinschaftsprojekte finden in der Regel guten Anklang, erzählt Ute Klahre vom DRK Jugend- und Freizeitzentrum "bus stop". "Die Integrationsprojekte werden immer gut angenommen und die Arbeit mit den Kindern macht auch immer viel Spaß." So haben sich zum Beispiel mehr als 100 Kinder beim vergangenem Sportfest "Spiele ohne Grenzen" in der Bertolt-Brecht-Schule angemeldet. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Zuwanderer und Einheimische verbrachten einen Nachmittag zusammen mit Spiel, Spaß und Sport. "Und im Vordergrund stand dabei einfach nur, sich gegenseitig kennen zu lernen", ergänzt Klahre.

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