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Projekt "Lebensart unter Freunden" : Vom Landgut zum 1200-Seelen-Dorf

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In Christinenfeld in Nordwestmecklenburg soll ein neues Dorf für etwa 1200 Einwohner entstehen. Das Projekt mit dem Namen "LebensArt unter Freunden" richtet sich überwiegend an Menschen im Alter ab 50 Jahren.

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erstellt am 07.Jun.2011 | 05:00 Uhr

Christinenfeld | In Christinenfeld in Nordwestmecklenburg soll ein neues Dorf für etwa 1200 Einwohner entstehen. Das Projekt mit dem Namen "LebensArt unter Freunden" richtet sich überwiegend an Menschen im Alter ab 50 Jahren.

Zurzeit leben in Christinenfeld rund 50 Menschen. Künftig sollen in dem Ortsteil der Stadt Klütz mehr als 20 Mal so viele Einwohner wohnen. Auf einer Fläche so groß wie 35 Fußballfelder sind 500 neue Wohnungen geplant.

Harro Grimmer von der Meding Plan+Projekt GmbH aus Hamburg stellte das geplante Großvorhaben am Montagabend den Stadtvertretern in Klütz vor - gemeinsam mit Olaf von Könemann aus Pritzier. Er hatte die Idee für das Projekt "LebensArt unter Freunden". Es gebe eine wachsende Gruppe von Menschen, die sich nicht darauf beschränkt, im Alter nur versorgt zu werden, sagt von Könemann. Vielmehr gelte es, in dieser Lebensphase all die Dinge leben zu können, "die man sehnsüchtig schon immer machen wollte." Und dazu gehört seiner Meinung nach auch "Zeit und Raum haben für Sport, Kunst und Kreativität."

Das alles soll in Christinenfeld möglich sein. Neben den 500 Wohnungen sind nämlich auch Werkstätten geplant, Ateliers, Bibliotheken, kleine Geschäfte sowie Arzt- und Therapiepraxen. Auf weiteren Flächen sollen außerdem zwei Feriendörfer entstehen, ein 27-Loch-Golfplatz sowie drei Hotels für rund 300 Betten. Mieter für die Wohnungen sollten allerdings über das nötige Kleingeld verfügen. Die Miete pro Quadratmeter soll im Schnitt rund 27 Euro kosten. Für einen Bungalow mit 120 Quadratmeter Wohnfläche planen die Betreiber eine Miete von mehr als 3200 Euro im Monat. Für eine Doppelhaushälfte mit 100 Quadratmetern 2700 Euro und für ein 60-Quadratmeter-Apartment 1620 Euro.

Darin enthalten sind zusätzliche Leistungen. So stehen ein 24-Stunden Concierge- und Hausmeisterdienst zur Verfügung, sagt Harro Grimmer, der auch schon die Weiße Wiek in Boltenhagen mit geplant hat.

Finanziert werden soll die Anlage auf dem Gut Christinenfeld durch die Mieter. Geplant ist, dass sie eine Einlage in Höhe von 50 000 Euro zahlen. Dieses Geld soll dann mit vier Prozent verzinst und bei Auszug wieder ausbezahlt werden.

Gut Christinenfeld bietet auf insgesamt 35 Hektar etwa 1200 Menschen Raum für ihren Erstwohnsitz mit etwa 500 Wohnungen zur ganzjährigen Nutzung. In der Mitte der Gutsanlage soll sich der Markt erstrecken, der von Bäckerei und Bio-Markt über Bank- und Postschalter, Werkstätten und Kunstgewerbe bis zu Arzt- und Physiotherapie-Praxen die komfortable Alltagsversorgung sicherstellt.

Die Apartments in den Feriendörfern am Rande der Anlage sind vor allem für Familien mit Kindern und für Paare attraktiv, die einen sanften Tourismus bevorzugen. Gut Christinenfeld hat mit seinem wegweisenden Konzept auch zwei Reha- und Carehotels mit insgesamt 270 Betten in die Anlage integriert. Hier werden in gehobenem Hotelambiente Pflege- oder Reha-Angebote offeriert.

Ursprünglich sollte das Projekt sogar auf 70 Hektar gebaut werden. "Es gab aber Gegenwind vom Bauministerium", sagt von Könemann. "Dann würde Klütz nämlich zu Christinenfeld gehören und nicht umgekehrt."

Nach Auskunft von Könemann soll es für das 200 Millionen Euro teure Großprojekt bereits Investoren geben. Bis alle Pläne genehmigt werden, könnte es seinen Angaben zufolge aber noch anderthalb bis zwei Jahre dauern.

Grundstückseigentümer des Gutes Christinenfeld ist die Silvius Dornier Verwaltungsgesellschaft mbH. Ihr gehört auch das Schlossgut Groß Schwansee. Dornier ließ das klassizistische Gebäude sanieren und richtete darin ein Luxushotel ein.


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