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Lokales

23. September 2017 | 07:49 Uhr

Vom Koch zum Elektroniker

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erstellt am 14.Okt.2010 | 07:48 Uhr

Wittenberge | Ein Pilotprojekt zur Sicherung von Fachkräften startet heute in Wittenberge. Die Schacht Aufzug GmbH, ein mittelständiges Unternehmen mit 75 Beschäftigten, qualifiziert 14 ihrer Mitarbeiter durch eine zweite Ausbildung zu Elektronikern für Betriebstechnik und Elek troanlagenmonteuren weiter. So werden aus gelernten Köchen, Tischlern und Maurern, die bereits seit Jahren im Unternehmen arbeiten, spezialisierte Fachkräfte.

"Aufgrund der fortschreitenden Technisierung haben wir keine andere Wahl, viele unserer Auftraggeber verlangen Fachpersonal, und das zu finden ist in der Prignitz kaum noch möglich", so Geschäftsführer Torsten Schawe. Um seine Angestellten behalten, aber auch auf die gestiegenen Anforderungen reagieren zu können, investiert der Unternehmer viel Geld, trägt ein Drittel der Ausbildungskosten, die pro Teilnehmer insgesamt 6200 Euro betragen. "Ich sehe das als Investition in die Zukunft, um mein Unternehmen konkurrenzfähig zu halten", so Schawe.

Ein Drittel der Ausbildungskosten zahlen zehn der "Azubis", die zwischen 23 und 49 Jahre alt sind, selbst, der Rest kommt in Form eines Bildungsgutscheins von der Agentur für Arbeit Perleberg. Vier Mitarbeiter erhalten aufgrund ihrer persönlichen Verhältnisse eine Komplettförderung von der Arbeitsagentur.

Insgesamt 1188 Unterrichtsstunden müssen Schawes Mitarbeiter bis zum 19. Januar 2013 absolvieren, drücken dafür freitags von 13 bis 17 und samstags von 8 bis 12 Uhr die Schulbank im Beruflichen Bildungszentrum Prignitz (BBZ), lernen den theoretischen Hintergrund zu dem, was die meisten von ihnen praktisch bereits können. Die Prüfungen schreiben sie gemeinsam mit den "regulären" Lehrlingen im BBZ.

Der Wunsch nach weiterer Qualifikation ging von den Mitarbeitern selbst aus und stieß beim Chef auf offene Ohren. Unterstützung fand der in den Servicebüros, die der Landkreis im Rahmen des Projekts "Regionalbudget" eingerichtet hat. Diese bilden eine Schnittstelle zwischen Unternehmen, Fördermaßnahmen und Arbeitssuchenden. Pilotcharakter hat der Fall der Schawe Aufzug GmbH deshalb, weil hier erstmals Angestellte, die bereits eine abgeschlossene Ausbildung haben, durch eine geförderte Zweitausbildung eine Chance bekommen, ihren Arbeitsplatz auch perspektivisch zu behalten. Dies wurde durch eine Änderung der Förderrichtlinien im Rahmen des Konjunkturpaketes II möglich.

"Dieser Weg ist eine Möglichkeit, dem Fachkräftemangel, den die Unternehmen immer deutlicher spüren, hier vor Ort entgegen zu wirken", erklärt Edelgard Schimko, die in der Kreisverwaltung unter anderem für die Unternehmensbetreuung zuständig ist. Ein positiver Nebeneffekt sei die Zertifizierung dieses Ausbildungsangebotes für das BBZ. "So ist diese Bildungseinrichtung um ein ansprechendes Angebot reicher", betont Schimko.

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