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Lokales

23. November 2017 | 15:49 Uhr

Voller Hingabe zum Flamenco

vom

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2010 | 07:10 Uhr

Zernin/Sevilla/Wiesbaden | Auf dem Boden von Ana Sojors Atelier liegen alte Schwarz-Weiß-Plakate mit bekannten Flamenco-Tänzern aus vergangenen Jahrzehnten. Die Künsterlin hat in Zernin ihr Atelier, in dem sie Flamenco tanzt und großformatige Ölbilder malt.

Für sie sind solche alten Plakate Inspirationsquellen, aus denen sie Ideen für künftige Kunstwerke schöpft. Denn sie soll für die Flamenco-Biennale 2012 in Sevilla, dem größten Veranstaltungsreigen über den spanischen Tanz, wieder Gemälde für eine Ausstellung im dortigen Flamenco-Tanzmuseum anfertigen. "Ich habe dort dieses Jahr auch 20 Bilder gehängt, und der Museumsgründerin Christina Hoyos haben sie so gut gefallen, dass sie für die kommende Biennale wieder Gemälde von mir haben möchte", sagt Ana Sojor glücklich. Sie verbrachte zusammen mit ihren Lebensgefährten Johann Volk und ihrem Sohn den ganzen September in Sevilla.

Die großformatigen Bilder zeigen spanische Frauen in verschiedenen Situationen mit verschiedenen Mimiken. "Es wird vorgegeben, dass die Werke immer etwas mit dem Thema Tanz zu tun haben müssen", erläutert Sojor. Alle Bilder durchströmt diese Hingabe zum Flamenco und dessen Ausdrucksformen: Oft sind die Frauen auf ihren Bildern mit für den spanischen Tanz typischen Accessoires ausgestattet. Beispielsweise tragen sie oft wallende Rüschenkleider, haben einen Fächer in der Hand oder eine Blume im Haar.

Bilder hängen als Dauerleihgabe im Flamenco-Museum in Sevilla

Der Museumsleiterin Christine Hoyos und dem Geschäftsführer des Museums haben die Werke jedenfalls so gut gefallen, dass sie auch in den kommenden Wochen als Dauerleihgabe in Sevilla hängen werden. Mit der Museumsgründerin habe sie sich generell gut verstanden, wurde von ihr auch zu den verschiedensten Abendveranstaltungen im Museum eingeladen, erzählt Sojor.

Doch nicht nur in der spanischen Stadt hängen Bilder von Ana Sojor, sondern auch im Frauenmuseum in Wiesbaden. "Da habe ich eine Ausstellung eröffnet, bevor wir nach Sevilla gefahren sind", berichtet die 45-Jährige, die zur Eröffnung auch selbst Flamenco-Tänze aufgeführt hatte. In Wiesbaden kommen ihre Werke ebenfalls gut an. Die Exposition wurde um mehrere Wochen bis Ende November verlängert. Für Sojor und ihren Lebensgefährten ist die Ausstellung an sich und die Verlängerung schon eine ganz besondere Auszeichnung. "Es gibt nur dreiFrauenmuseem in Deutschland und es kann passieren, dass einige der Bilder sogar noch in eine Wanderausstellung einbezogen werden", sagt Sojor.

Unterricht bei einem der derzeit besten Flamenco-Tänzer

Neben den vielen Eindrücken für ihre Malerei - sie hat zwei volle Skizzenblöcke mitgebracht - hat sie in ihrem "Arbeits-Urlaub" auch jede Menge Anregungen für den Flamencotanz, den sie täglich übt, bekommen. "Ich habe bei Manuel Betanzos, einem der derzeit besten Flamenco-Tänzer, Unterricht genommen", erzählt sie. In den vier Wochen habe sie es sogar geschafft, eine gesamte Choreografie einzustudieren, fügt sie hinzu. Für Sojor ist dieser Tanzunterricht wichtig: Durch die Tipps und Hinweise eines Flamenco-Lehrers bekommt sie immer wieder Ideen für ihre eigenen Tanzkurse.

Sojor trainiert in Zernin drei Gruppen von Flamenco-Begeisterten. Auch in Schwerin unterrichtet sie seit wenigen Wochen ebenfalls eine Gruppe Jugendlicher an der Kunst- und Musikschule Ataraxia, im Rostocker Waldemarhof bietet sie auch einen Workshop an.

Für ihre eigenen Auftritte sind die Hinweise von Manuel Betanzos wertvoll. "Ich habe schon zu einem Flamenco-Gottesdienst in Hildesheim getanzt oder trete Ende Dezember im Güstrower Ernst-Barlach-Theater auf", schildert sie. Auch die Besuche in Penas, so genannten Flamenco-Clubs, sorgen für so manche Idee. "Diese Clubs sind gar nicht so leicht zu finden, oft sind sie nur über eine Hintertreppe zu erreichen", berichtet sie. Habe man sie aber einmal gefunden, bekomme man Flamenco pur geboten: Tänzer, ein Sänger und ein Gitarrist zaubern ein besonderes spanisches Flair.

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