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Lokales

24. November 2017 | 17:50 Uhr

Völlig vernarrt in die Simson-Familie

vom

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2010 | 09:18 Uhr

Karstädt | "Der Louis Krause Piccolo Trumpf ist ein dreirädriges, einsitziges Versehrtenfahrzeug aus der DDR und Vorgänger des berühmten Duo", berichtet Hans Joachim Roddeck voller Stolz, während er versucht, dem Gefährt mittels Kickstarter Leben einzuhauchen. Der Trumpf stelle den ersten Vertreter einer ganzen Reihe von Krankenfahr-stühlen dar. Gebaut worden seien von 1955 bis 1958 etwa 3000 Stück. Von diesem Typ seien, wie auch von den folgenden, über die Hälfte exportiert worden, was die geringe in Deutschland erhaltene Stückzahl erkläre, berichtet der 57-Jährige weiter, der im Juli dieses Jahres damit begonnen hatte, aus einem völlig verrosteten Fahrzeug wieder ein Schmuckstück herzustellen. Hilfe geholt hat sich der gebürtige Karstädter dabei von Dieter Ziggel aus Niendorf bei Ludwigslust sowie der sechsköpfigen Schraubertruppe des örtlichen SR-Oldie-Clubs. "Über vier Wochen wurde an dem Piccolo gearbeitet. Er wurde völlig zerlegt, abgestrahlt, grundiert und neu lackiert", erinnert sich Roddeck. Der Motor sei der des Simson SR1. Geschalten und Gas gegeben werde vom Lenker aus. Die Lenkung erfolge mittels zweier Bowdenzüge, die die Lenkkräfte auf die Gabel übertragen.

"Gebremst wird, im Gegensatz zu allen anderen Typen, durch ziehen der Lenksäule zum Fahrer hin, was der Kinematik des Bremsens klar zuwider läuft. Interessant ist bei diesem Typ die Mechanik, die ein Fahren mit Handbetrieb durch Vor- und Zurückschieben des gesamten Lenkhebels ermöglicht. So ist auch ein Rückwärtsfahren möglich, aber zugegebenermaßen sehr schweißtreibend.

Erwähnenswert ist zum Schluss noch der Tank, der etwas kleiner als eine Aktentasche - aber auch in der Form - auf der linken Fahrzeugseite unter der linken Armlehne sitzt", schwärmt Roddeck über das in neuem Lack glänzende Dreirad. Der Sammler ist geradezu vernarrt in seine Sammlung von 22 Mopeds der Simson-Familie, deren Typen-Namen Sperber, Spatz, Habicht, Schwalbe, K 50, SR 1 und 2, Steppke, Maw und Velosolex so manchem unter uns noch geläufig sein dürften. "Sie alle sind aufgearbeitet und laufen noch", betont der Karstädter, der mit seiner neuesten Errungenschaft auch zahlreiche Kindheitserinnerungen verbindet. Dass er diese im SR-Oldie-Club an die heranwachsende Dorfjugend weiter geben kann, dafür sorgen auch die finanziellen Zuwendungen der örtlichen Gemeindevertretung sowie des Fachdienstes Jugend beim Landkreis.

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