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Lokales

26. September 2017 | 23:51 Uhr

Vize mit kribbelnden Händen und tauben Lippen

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2010 | 06:56 Uhr

Rostock | Der Kampf von Andreas Raelert bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii ist noch in aller Munde. Nur 100 Sekunden fehlten dem "Vize" zum totalen Triumph. Der Rostocker vom TC FIKO stellte sich einem Kurzinterview mit NNN-Autor Bernd-Dieter Herold.

Glückwunsch zum Erfolg. Zufrieden mit dem Abschneiden?

Andreas Raelert: Ich bin glücklich über den zweiten Platz. Ich habe alles gegeben, auch taktisch mein Konzept umsetzen können. Natürlich hätte es noch positiver für mich ausgehen können. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Es war nahezu ein perfektes Rennen. Vielleicht sogar das Beste meiner Laufbahn.

Was fehlte, um am Ende als "King of Kona" ganz oben stehen zu können?

Chris McCormack war in der entscheidenden Phase einfach einen Tick stärker als ich, der absolut am Limit war.

Wäre es klüger gewesen, vier Meilen vor dem Ziel an "Macca" vorbeizuziehen?

Das Rennen besteht nicht aus "was wäre, wenn". Es sah vielleicht von außen nicht so aus, doch schon das Heranlaufen fiel mir unheimlich schwer. Ich hatte Schwierigkeiten, ihm zu folgen, hoffte auf eine Sprintentscheidung.

Daraus wurde nichts. McCormack beschleunigte. Eine Kopfsache?

Chris war auch in einer müden Phase. Er schaffte es aber, Reserven freizusetzen. Knackpunkt war der Anstieg zur Palani Road. Da fingen meine Hände an zu kribbeln, die Lippen wurden taub. Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Ohne den Griff nach allem Möglichen an der letzten Verpflegungsstelle hätte ich es nicht ins Ziel geschafft. Es ist halt schwerer, Minuten herauszulaufen und leichter, sie unterwegs stehen zu lassen.

Wie geht es jetzt weiter?

Natürlich muss ich mich von den ganzen Strapazen erholen. Eine andere Aufgabe wartet auf mich. Ich möchte meinen Bruder Michael auf seine Verteidigung des 70.3-WM-Titels in Clearwater vorbereiten. Das werden wir in Florida in Angriff nehmen und nach dem 13. November hoffentlich als Raelert-Brothers mit den Titeln Champion im Halbironman und Vize über die Langdistanz wieder in die Heimatstadt Rostock zurückkehren.

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