Pritzwalker Verein hat Sozialabgaben nicht gezahlt : Vitalis kämpft ums Überleben

Da war  die Welt noch in Ordnung: Hartmut Winkelmann und Melanie Rose  zerschnitten zur Eröffnung des Garzer Landhauses das rote Band.Archiv
Da war die Welt noch in Ordnung: Hartmut Winkelmann und Melanie Rose zerschnitten zur Eröffnung des Garzer Landhauses das rote Band.Archiv

In ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten befindet sich der Pritzwalker vitalis e. V. Das bestätigte auf Nachfrage der Vereinsvorsitzende Thomas Bein. Das Hauptproblem seien ausstehende Zahlungen an Krankenkassen und Berufsgenossenschaft.

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06. Dezember 2010, 08:21 Uhr

Pritzwalk | Die Situation beim vitalis e. V. sei ernst. Der neu gewählte Vereinsvorsitzende Thomas Bein will nichts beschönigen: "Wir haben es mit ausstehende Zahlungen an Sozialbeiträgen für Mitarbeiter, Mietforderungen und Forderungen der Stadt Pritzwalk zu tun", sagt er gegenüber unserer Redaktion. Die nächsten Monate würden darüber entscheiden, ob der Verein eine Pers pektive habe oder nicht.

Ausschlaggebend für die Misere sei eine Fehlentscheidung der Vereinsführung gewesen. "Zwei anfangs über die Arge geförderte Mitarbeiter wurden auch ohne Lohnkostenzuschuss weiter beschäftigt, aber dafür reichten die Mittel des Vereins nicht aus", erklärt Bein. Inwiefern dies Geschäftsführer und Beins Vorgänger Hartmut Winkelmann als Vorsitzender zu verantworten hat, wolle er nicht kommentieren. "Herr Winkelmann ist seit längerer Zeit erkrankt", sagt Thomas Bein.

Gemeinsam mit einem Anwalt werde derzeit das Gespräch mit den Gläubigern gesucht. "Wir tragen zusammen, wie hoch genau unsere Verbindlichkeiten sind und wollen Zahlungsmodalitäten klären, um diese langfristig zu erfüllen", so Bein.

Parallel dazu sei er bestrebt, mögliches Einsparpotenzial vollständig auszuschöpfen. "Durch Aktivitäten wollen wir außerdem unsere Einnahmen steigern." Dabei denkt er vor allem an das Landhaus in Garz, das der Verein mit der dortigen Bienenakademie betreibt. In Vorbereitung seien Veranstaltungen, darunter Kunstseminare mit Übernachtungsgästen. "Ab Mai werden wir unser Landhauscafé öffnen", blickt Thomas Bein voraus.

Andere gegen den Verein im Raum stehende Vorwürfe weist er teilweise zurück. Das betrifft unter anderem von der Stadt ausgereichte Fördermittel in Höhe von 1200 Euro. Diese seien für die Anschaffung von Technik im Zusammenhang mit einem Radioprojekt bewilligt worden. "Wir haben die Technik aber nicht gekauft, sondern geleast und das erkennt die Stadt nicht an. Sie fordert ihr Geld zurück", bestätigt Bein. Alle anderen öffentlichen Mittel seien korrekt eingesetzt worden.

Richtig sei, dass die Arbeitsfördergesellschaft Pritz walk dem Verein fristlos das Mietverhältnis gekündigt habe. Vitalis musste seine Büros räumen. "Laut Mietvertrag müssen wir aber nur die Betriebskosten tragen und die stehen in Höhe von 1800 Euro tatsächlich aus."

Bein betont, dass die acht laufenden Beschäftigungsmaßnahmen mit 32 Beteiligten nicht betroffen seien. Sie würden fortgesetzt. "Alle Leute bekommen pünktlich ihr Geld überwiesen", versichert der Vorsitzende. Auch die zwei Stellen über den Kommunalkombi müssten aus jetziger Sicht nicht vorfristig beendet werden. Den zwei Mitarbeitern, deren Beschäftigung zu der prekären Finanzsituation führte, sei gekündigt worden. "Wir haben den Landkreis, die Arge und weitere Behörden, die in unsere Maßnahmen mit eingebunden sind, über die Situation des Vereins informiert, hoffen auf Verständnis und Unterstützung", sagt Bein.

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