Visionen für die Zukunft des Seebads

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08. Juli 2010, 10:13 Uhr

Warnemünde | Unter Anleitung des Amtes für Stadtplanung, Stadtentwicklung und Wirtschaft ist ein Diskussionsprozess zur Zukunft Warnemündes angestoßen worden. Dabei geht es langfristig um die Gestaltung eines Rahmenplanes für die strukturelle Entwicklung des Ostseebades. Der bestehende, so Sachgebietsleiterin Anja Epper, sei mehr als zehn Jahre alt und somit dringend überarbeitungsbedürftig. Außerdem soll zum Ende des Jahres ein Bebauungsplan für die Mittelmole vorgestellt werden. Da sei es sinnvoll, so Epper, das Seebad einmal im Ganzen zu betrachten.

In der vergangenen Woche hat sie daher etwa 90 Experten aller Bereiche eingeladen, sich in einer ersten Gesprächsrunde über den Ist-Stand auszutauschen. "Es ging darum, Fachmeinungen zum Thema Warnemünde zusammenzutragen", sagt Epper. Dabei seien die Stärken und Schwächen des Ostseebades formuliert worden. Zehn Arbeitsgruppen setzten sich mit Themen wie Wohnen, Tourismus, Verkehr, Ortsbild und Infrastruktur auseinander.

Sehr deutlich hätte sich dabei eine Reihe von Schwerpunkten herauskristallisiert, berichtet Epper. So sehen die Fachleute ein großes Problem in der Mischung von Bewohnern und Gastgewerbe, die immer mehr zu Lasten der Einheimischen geht. "Es entstehen immer mehr Ferienwohnungen. Die dauerhaften Einwohner schwinden jedoch", so Epper.

Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen

Für Familien fehle es in Warnemünde an bezahlbarem Wohnraum. Das führe zum so genannten Wintertod des Stadtteils, wenn die Hauptsaison für den Tourismus vorbei ist. Außerdem vermissen die Warnemünder bislang ein Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) sowie ein Schwimmbad.

Segler und Kreuzfahrer finden Zuspruch bei den Fachleuten. Und auch das Ortsbild schätzen die Experten als erhaltenswert ein. Dennoch sei es dringend notwendig, die Straßen zu sanieren. Das Parken sei eines der großen Probleme. "Es wurde die ganze Palette an möglichen Lösungen diskutiert", sagt Epper. "Von der Reduzierung der Autos bis hin zu der Variante, bestimmte Bereiche für den Verkehr zu sperren."

Die Warnemünder schätzen die Grünflächen in ihrem Stadtteil. Unter den Experten wurde jedoch die Frage laut, warum für das Werftbecken bislang keine ansprechende Nutzung gefunden wurde. Während die eine Seite mitunter als Kreuzfahrtkai gebraucht wird, reihen sich an der anderen Uferseite marode, unansehnliche Baracken aneinander.

Das Amt für Stadtplanung ist nun mit der Auswertung der Gesprächsrunde beschäftigt. Im September soll es einen zweiten Termin geben. Schließlich sollen die Ergebnisse im Herbst auf einer Bürgerversammlung einer großen Öffentlichkeit präsentiert und in diesem Zusammenhang zur Diskussion gestellt werden.

Auch der politische Prozess soll dann angestoßen werden. "Zunächst geht es darum, den Bestand und die Chancen darzustellen", so Epper. Die Möglichkeiten zur Gestaltung der Mittelmole sind noch offen.

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