Visionen für attraktives Seebad

Ralph Müller
Ralph Müller

Wie sich das Ostseebad weiter entwickeln soll, darüber wurde gestern im Technologiepark diskutiert. Mitarbeiter des Amtes für Stadtplanung und -entwicklung baten die Warnemünder, ihre Visionen darzulegen.

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24. Juli 2009, 09:03 Uhr

Warnemünde | Nicht hunderte, sondern nur rund 30 Warnemünder waren gestern der Einladung in den Technologiepark gefolgt. Schade, denn im Zusammenhang mit der Fortschreibung des zehn Jahren alten Strukturkonzeptes forderten Stadtplaner die Warnemünder auf: Wünscht Euch was!

Architekt Helmut Bach stellt klar: Was den Ort prägt, das soll bleiben. Dabei hat er die Veranden und die Nordfenster der Fischerhäuser im Blick. Er hofft auf besseren Service am Strand und mehr Pkw-Parkflächen. Es sind die Veranden und die Kutter im Alten Strom, die dem Seebad Einmaligkeit verleihen, betont Martin Friedrich. Die einstigen Arbeitsschiffe sollen nicht durch Ausflugsdampfer verdrängt werden. Zudem bedauert der Hotelier, dass immer mehr Wohnungen nur saisonal genutzt werden, wodurch der Ort im Winter verliert. Stephan Schneider vom Handels- und Gewerbeverein fordert Saison-verlängernde Maßnahmen, denn dann würden auch im Januar die Ferienwohnungen belebt. Doch dazu bedarf es vor allem auch sportlicher Angebote, meint Dieter Freiheit. Er bedauert, dass es nur noch wenige Turnhallen und nicht eine einzige Schwimmhalle mehr gibt. Einheimische und Touristen gleichermaßen würden sich über mehr Fahrradwege freuen. Senator Holger Matthäus setzt auf Möglichkeiten, auch mit Mitte 40 das Tanzbein schwingen zu können. Margarete Eichler fordert, den Verkehr aus der Seestraße ab dem Strand-Hotel Hübner heraus zu nehmen, während sich Ortsbeiratsmitglied Regine Pentzien für Wassersportschulen stark macht und sich gegen Versorgungsbuden auf der Promenade ausspricht. Gefahr für den Kurpark wittert Leuchtturm-Vereinschef Gerhard Lau: Mit den an der Heinrich-Heine-Straße neu gebauten Häusern könnten Begehrlichkeiten entstehen, den kompletten Park durch Gebäude zu begrenzen. Eine Lanze für das Diedrichshäger Moor bricht Anneliese Zintler. Niemals sollte es Bauland werden, doch eine Sportanlage könne sie sich dort vorstellen. Lutz Postel fordert, die richtige Balance zwischen Qualität und Quantität zu finden. Vorhandene Wohlfühloasen sollten aufgewertet werden. Die Bastion am südlichen Stromende steht vielen Passanten im Wege. Würde man den Aufgang der Treppe verändern, wäre ein Problem gelöst. Auch die Erhöhung der Strommauer sollte mit Augenmaß geschehen. Klaus-Diether Seiler schlägt vor, Warnemünde und Hohe Düne per Seilbahn, Brücke oder Tunnel zu verbinden, während Architekt Enno Zeug für italienisches Flair vor der Vogtei plädiert. Petra Ludwig als Geschäftsführerin des Technologiezentrums hofft, dass es Erweiterungsflächen für ihren Standort sowie für den Campus-Kindergarten gibt.

Die Vielzahl der Wünsche sind notiert. "Nach einer Auswertung gibt es noch vor Jahresfrist eine nächste Gesprächsrunde", versichert Stadtplanungsamtsleiter Ralph Müller. Und Senator Holger Matthäus fügt hinzu: Die Bürger einzubeziehen, bevor die Stadt Ideen entwickelt, das ist eine neue demokratische Planungskultur, die auch in anderen Bereichen der Verwaltung Einzug halten soll.

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