Visionär, Mediatorin und Realist

Uwe Heinze (SPD)
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Uwe Heinze (SPD)

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22. Mai 2010, 01:57 Uhr

Laage | In einem waren sich die drei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl am 30. Mai in Laage am Donnerstagabend beim SVZ-Wahlstammtisch einig. Oder waren die Herren schon müde? Ilka Lochner-Borst (CDU) legte auf die Frage nach den Potenzialen der Stadt vor: Die Menschen selbst seien das wichtigste Potenzial. Schule und Bildung sowie Wirtschaftsförderung führte sie außerdem an. Junge Familien und ältere Menschen seien ebenfalls nicht zu vergessen. Dito, hieß es von Günter Schink, Einzelkandidat, und Amtsinhaber Uwe Heinze (SPD).

Und das wollen sie in acht Amtsjahren daraus machen: eine lebens- und liebenswerte Kleinstadt für alle Generation vom Kind bis zum Senior, mit Familienbetrieben, die unter vernünftigen Rahmenbedingungen arbeiten, mit vielen unterschiedlichen Interessen (z. B. in Vereinen), die gleichberechtigt zu behandeln sind, und mit Ortsteilen, deren Bürger nicht nur für die Einwohnerstatistik zählen (Lochner-Borst). Mit Visionen, so betonte Schink mehrfach, tue er sich schwer. Alles hänge am Geld. Bewerkstelligen könne man nur etwas, wenn Fördermittel eingeworben werden können. Positiv wird sich Laage entwickeln und für den Feldweg sollte sich irgendwo Geld finden. Anregungen nehme er gern auf. Heinze sieht 2018 mindesten 500 Arbeitsplätze mehr in der Stadt. Auf dem sanierten Markt könnten auch ein paar Autos stehen und vielleicht ein Roland als Beschützer der Stadt. In den Ortsteilen sieht er Straßen, Wege und Beleuchtung in Ordnung gebracht und im Wohngebiet "Auf den Fußstücken" und "Am Fischteich" 30 neue Häuser stehen. Und wenn die Laager Wohnungsgesellschaft es schaffe, soll es mehr altengerechte Wohnungen, auch Fahrstühle geben.

Friedlich und harmonisch stellt sich Lochner-Borst das Zusammenleben in einer Kleinstadt vor. Vereine sollen gleichberechtigt nebeneinander existieren, Probleme nicht zur Spaltung führen. Schink will "mit allen vernünftig und fair umgehen", sich bei Vereinen aber eher heraushalten. Und Heinze sieht Menschen mit gleichen Interessen "für sich selbst verantwortlich". Wenn er um Hilfe gebeten werde, wolle er seinen Beitrag leisten.

Weiter hörten die rund 50 Besucher des SVZ-Stammtisches von Schink, dass er keine Versprechungen machen wolle. Man müsse hören, was der Bürger wünscht und dann schauen, ob Geld dafür vorhanden sei, aber auch so ehrlich sein, dass man sich vieles wird nicht leisten können. Man wird sich auch von lieb Gewordenem trennen müssen, so Schink. "Wir müssen alle lernen zu sparen", sagt Lochner-Borst und sieht sich einig mit vielen, dass zur Verwirklichung von Vorhaben Fördermittel eingeworben werden müssen. "Wir haben keine Angst und kein Geld", antwortete Heinze auf die Frage nach den Finanzaussichten der Stadt. Nur mit guten Ideen und Tatkraft könne man bestehen.

Die Glaubensfrage stellte Laages Pastor Thomas Kretschmann nicht, wohl aber die nach der Stellung zu Glaubenshäusern oder Kulturdenkmalen (Kirchen). Der Unterstützung von Lochner-Borst kann er sich sicher sein, auch für Polchow und Recknitz. Atheist Heinze sieht Kirche wichtig für die Stadt und Schink will "Zusammenarbeit weiterführen".

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