Virus lauerte im Urlaub auf Mallorca

Die Schweinegrippe ist im Landkreis Güstrow angekommen. Insgesamt erkrankten vier Menschen aus der Region Bützow am A/H1N1-Virus. Christian B*. ist einer von ihnen. Vorläufig darf er das Haus nicht verlassen. Seine Symptome: Husten, Schnupfen, Fieber.

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22. Juli 2009, 09:36 Uhr

Bützow/Güstrow | Halsschmerzen habe er, Husten und ein bisschen Fieber, sagt Christian B. Der 21-Jährige kam am Donnerstag mit zehn Freunden aus dem spanischen Mallorca zurück. Dort grassiert das Virus schon seit längerem.

Am vergangenen Sonnabend gingen einige der Freunde wegen typischer Grippe-Beschwerden zum Arzt in die Klinik. Wegen des Verdachts auf das Virus mussten nun auch Christian B. und seine anderen Freunde untersucht werden. Die jungen Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren klagten über Grippeanzeichen, die sie schon auf Mallorca bekamen. Das Ergebnis: Bei vier von ihnen wurde der A/H1N1-Virus nachgewiesen, darunter bei B.

"Wir wurden nach Hause entlassen und müssen eine Woche lang jeden Kontakt meiden", erzählt der Bützower. Handschuhe und Mundschutz sind nun seine ständigen Begleiter. "Ich habe keine speziellen Medikamente verschrieben bekommen, nur fiebersenkende und die, die gegen Grippe helfen", so der Bützower.

Zu Hause darf er sein Zimmer nicht verlassen, seine Eltern muss er möglichst meiden. Den Tag verbringt er mit Fernsehen und Surfen im Internet. Die Grippe isoliert. Seine Eltern hätten sich auch gerne auf das Virus untersuchen lassen, das geht jedoch nur, wenn Symptome erkennbar sind.

Das Gesundheitsamt des Landkreises steht in ständigem Kontakt zu den Erkrankten. Sollte er sich übergeben, müsse er in die Klinik eingeliefert werden, heißt es von der Amtsärztin. Eine Woche ist der Jugendliche nun krank geschrieben, wenn es ihm besser geht, "kann ich wieder arbeiten gehen", sagt Christian B. Nach Informationen des Landkreises seien die vier Jugendlichen auf dem Weg der Besserung bzw. haben die Krankheit überwunden.

Viele Deutsche stecken sich in Mallorca anMallorca - Lieblingsinsel der Deutschen. Dort genossen auch die elf Freunde das Partyleben, feierten nächtelang. Wie sich die Jungs allerdings angesteckt haben, wissen sie nicht. "Wir haben zum Schluss auch Sangria aus einem Eimer getrunken", so Christian B. Schweinegrippe durch Eimersaufen? Dann hätten sich jedoch alle Elf anstecken müssen. Vielleicht auch durch die Klimaanlage, vermutet der Betroffene.

Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut in Berlin hat beobachtet, dass sich die Fälle von der spanischen Urlaubsinsel häufen: "Es ist ein beliebtes Reiseland für Deutsche, es herrscht ein intensives Reiseverhalten." Überall dort, wo viele Menschen zusammenkämen, sei die Ansteckungsgefahr groß. Da das A/H1N1-Virus über Tröpfcheninfektion weitergegeben werde, seien vor allem Kinder und Jugendliche betroffen. "Sie stecken sich schneller an, weil sie engeren Kontakt miteinander pflegen", so Glasmacher. Da reicht schon in der Disko ein lautes Wort ins Ohr des Anderen. Wer beim Niesen die Hand vor den Mund hält und sie anschließend nicht wäscht, steckt andere im Notfall an.

*Name d. Red. bekannt

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