Vier-Pfotensprung auf Arbeitsmarkt

Mit seinem  elf Jahre alten Belgischen Schäferhund 'Artus' hatte sich Burkhard Zeuch ein Jahrzehnt lang dem Hundesport verschrieben. Thorsten Meier
Mit seinem elf Jahre alten Belgischen Schäferhund "Artus" hatte sich Burkhard Zeuch ein Jahrzehnt lang dem Hundesport verschrieben. Thorsten Meier

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02. Januar 2010, 08:36 Uhr

Techentin | Einer, der mit besonders großen Erwartungen ins neue Jahr gestartet ist, wohnt in der Ringstraße 29 und heißt Burkhard Zeuch. Denn der 49-Jährige wagte nach neun Monaten Arbeitslosigkeit mit einer mobilen Tierbetreuung kürzlich den Sprung in die Selbstständigkeit.

"Ohne Arbeit zu sein, war richtig belastend", gesteht der Techentiner, der von Beruf eigentlich Schlosser ist. Doch die Auftragslage seines letzten Arbeitgebers konnte keinen zweiten Mann ernähren. So schied man im Guten.

"Die Idee des Rundum-Service für Hunde, Katzen und Kleintiere vor Ort oder bei mir Zuhause geisterte mir eigentlich seit vielen Jahren durch den Kopf", verrät Zeuch, dessen Liebe zur vierbeinigen Kreatur schon seit den Kindertagen andauert. Weil ihm daheim die Decke auf den Kopf fiel und sich der gebürtige Ludwigsluster zum Nichtstun nicht geboren fühlt, erzählte er den Mitarbeitern des Arbeitsamtes von seinem Vorhaben und holte schließlich die Behörde mit an Bord.

"Das Arbeitsamt fördert mich neun Monate lang mit einem Gründungszuschuss. Das Existenzgründerseminar bei der IHK in Schwerin habe ich selber bezahlt. Das war nämlich notwendig, um die Förderung zu bekommen", erinnert sich Burkhard Zeuch, der auch Tiertraining, Beratung in allen Fragen ums Haustier sowie Transporte anbietet. Dass er von Hunden etwas versteht, hat der Tiertrainer längst unter Beweis gestellt. Mit seinem elf Jahre alten Belgischen Schäferhund "Artus" hatte sich Zeuch ein Jahrzehnt lang dem Hundesport verschrieben. Er selbst ist auch immer noch Mitglied und seit vier Jahren sogar Ausbildungswart im Hundesportverein Ludwigslust e. V., der momentan 20 Mitstreiter zählt. "Im Jahre 2006 war ich mit Artus sogar Zweiter bei den Landesmeisterschaften im Gebrauchthundesport", berichtet Zeuch weiter und präsentiert seine Trophäen dieser hundesportlichen Laufbahn.

"Oft wird das Verhalten von Hunden völlig falsch verstanden und man wundert sich, warum der beste Freund des Menschen einfach nicht hören will. Der Hund braucht einen Partner: Diese Grundeinstellung ist Voraussetzung für den Erfolg als Erzieher. Hunde können mit Befehlen mehr anfangen als mit ungeduldigen Bitten", erklärt Zeuch und betont: "Kein Hund ist vorsätzlich böse oder unartig. Sein Verhalten hat stets einen Grund. Manchmal ist es aber auch das Verhalten von Herrchen oder Frauchen, das Aggressionen fördert."

Hunde verstünden das Zusammenleben mit Menschen als Rudelverbund. Aggressives Verhalten gegen Menschen könne deshalb auch von Dominazansprüchen des Hundes herrühren. "Hier ist es wichtig, dem Hund wieder seinen Platz als rangniedrigstes Rudeltier zuzuweisen. Aber bitte ohne Gewalt. Sonst zerstört man nur das Vertrauensverhältnis und läuft Gefahr ernsthaft angegriffen zu werden." Ein Hund, den unsere Öffentlichkeit akzeptieren solle, müsse lernen, Fremde nicht grundsätzlich als Freunde, Feinde oder Beute einzustufen. Unbekanntes, Lautes und komisch Riechendes dürfe ihn nicht in Panik versetzen. benennt Zeuch einige feste Regeln für Hund und Herrchen.

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