Viele Tiere haben keine Lobby

<fettakgl>Verschmust und anhänglich: </fettakgl>Diese Katzenschwestern suchen ein Zuhause.<foto>Privat</foto>
Verschmust und anhänglich: Diese Katzenschwestern suchen ein Zuhause.Privat

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29. Juli 2010, 10:22 Uhr

Parchim | Wenn Marianne Schulz und Monika Stamer in diesen Sommertagen ins Schwitzen kommen, liegt es längst nicht nur an den sommerlichen Temperaturen. Vielmehr sind die beiden Parchimer Frauen unermüdlich unterwegs, um herrenlosen Katzen zu helfen. "Noch nie gab es so viele Samtpfoten, die sich unkontrolliert vermehren und kein Zuhause haben", beklagen die Initiatorinnen der Tierschutzinitiative in der Kreisstadt.

Was sie täglich erleben, passt so gar nicht ins Bild von einer heilen Welt: Da kam erst kürzlich ein Hilferuf aus Domsühl. In einem leer gezogenen Haus waren vier erwachsene Katzen und zehn Jungtiere einfach zurück gelassen worden. In einer Parchimer Kleingartenanlage treiben sich bis zu 50 herrenlose Katzen herum. Auf dem Dach einer Plauer Reha-Klinik hat eine Katzenmutter ihre Jungen zur Welt gebracht.

"Wir tun alles was wir können, um die Tiere aufzupäppeln und vor allem zu kastrieren", sagt Marianne Schulz. Doch die Tierschutzaktivisten stoßen dabei an ihre Grenzen. Die Kosten für eine Kastration schlagen mit rund 80 Euro zu Buche. "Wir brauchen mehr Hilfe", sagt Marianne Schulz und ist über jeden gespendeten Euro dankbar. Die Stadt Parchim stellt im Jahr 500 Euro bereit, doch das Geld konnte aufgrund der Haushaltssituation erst spät zur Verfügung gestellt werden. "Wir fordern eine Zwangskastration für alle Katzen. Beim Landkreis finden wir dafür bislang aber keine offenen Ohren", beklagt sie die Situation. In der Stadt Paderborn hat man sich dazu längst durchgerungen. "In Parchim zieht die Wobau bereits mit. Neue Mieter mit Katzen müssen vor dem Einzug nachweisen, dass ihre Tiere bereits kastriert wurden", lobt Schulz.

In den zurückliegenden fünf Jahren hat die Parchimer Tierschutzinitiative bereits 120 herrenlose Katzen an neue Besitzer vermittelt. 213 Samtpfoten konnten mit Spendengeldern kastriert werden. "Das Problem geht alle an. Auch Tiere brauchen eine Lobby", appelliert Marianne Schulz. Sie hofft, dass sich mehr Mitbürger für den Tierschutz engagieren oder sich mit finanziellen Spenden für Futter und Tierarztkosten beteiligen. Immer wenn für eine Katze ein neues Zuhause gefunden hat, sind die Frauen glücklich.

Neues Zuhause dringend gesucht

  • Die Parchimer Tierschutzinitiative sucht dringend für kleine Kätzchen ein neues Zuhause.

  • Zu den Sorgenkindern gehören derzeit zwei hübsche Katzenschwestern – weiß und grau – im Alter von rund zehn Wochen. Sie sind besonders niedlich, lieb, verschmust und sehr anhänglich.

  • Vermittelt werden soll auch ein grau getigertes Pärchen mit etwas Rot im Fell.

  • Auch ein grauer Kater sucht ein neues Herrchen oder Frauchen.

  • Für viele kleine Kätzchen wird ständig eine dauerhafte Bleibe benötigt.

  • Interessenten melden sich bitte umgehend unter Telefon 03871/265&#8197;099
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