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Lokales

23. November 2017 | 10:40 Uhr

Viele Prignitzer wollen Leon helfen

vom

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2011 | 04:55 Uhr

Perleberg | Ein Informationsblatt aufmerksam durchlesen, die Einverständniserklärung ausfüllen und wenige Milliliter Speichel in ein Kunststoffröhrchen spucken - 170 Prignitzer unterzogen sich am Samstag bei der Awo in Perleberg dieser kurzen und schmerzlosen Prozedur und sind seitdem als potenzielle Spender für Knochenmark und Stammzellen registriert.

Hintergrund der Typisierungsaktion ist die Geschichte des siebenjährigen Leon aus Perleberg (wir berichteten). Im November vergangenen Jahres diagnostizierten Ärzte bei ihm eine hämophagozytische Lymphohistiozytose, kurz HLH, eine Krankheit, bei der das Immunsystem zu viele Abwehrzellen bildet, die körpereigene Organe angreifen. Helfen kann dem Jungen nur eine Knochenmarkspende, im Familienkreis gibt es aber keine geeigneten Spender.

"Mit dem Aufruf in den Medien hoffen wir, einen geeigneten Spender zu finden", sagt Leons Vater Maik Brusberg am Rande der ersten großen Typisierungsaktion, für die die Awo ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. "Nach den Medienberichten haben wir von vielen Hilfsangebote bekommen, und auch die heutige Resonanz ist toll", so Brusberg.

"Wir haben den Aufruf natürlich mitbekommen und beschlossen, unsere Räume am Samstag für eine Typisierung zur Verfügung zu stellen, um den Prignitzern jenseits des alltäglichen Stresses die Chance zu geben, sich testen zu lassen", sagt Awo-Pflegedienstleiterin Karin Dahse.

Unterstützt wird Leons Vater von der Aktion Knochenmarkspende Brandenburg-Berlin (AKBB), einem gemeinnützigen Verein, der Aufklärung und Beratung zur Knochenmark- und Stammzellspende betreibt, Typisierungsaktionen organisiert und die Daten dem Zentralen Knochenmarkspender-Register Deutschlands in Ulm (ZKRD) zur Verfügung stellt.

Erfreut über den Andrang in Perleberg ist auch die die Vereinsvorsitzende Gisela Otto. "Das macht deutlich, dass über Krankheitsfälle in der unmittelbaren Nachbarschaft viel mehr Menschen für das Thema sensibilisiert werden können als ohne diesen Bezug", sagt sie und weist darauf hin, dass die Typisierung nicht nur Leon helfen kann. "Die Spenderdaten stehen nach der Laboranalyse, die rund eine Woche dauert, über das ZKRD in Ulm Medizinern und Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung.

Bestätigt wird ihre Einschätzung durch die Motivation vieler der Freiwilligen, die sich am Samstag typisieren ließen. "Man weiß ja schon, dass es so was gibt und man helfen könnte", sagt Mayk Koppetsch aus Bad Wilsnack. "Aber wenn so ein Fall dann in der Nähe passiert, ist es doch was anderes. Da muss man einfach helfen." Susann Falkenhagen aus Perleberg gibt ebenfalls eine Probe ab. "Mein Sohn geht mit Leon in die Schule, und wir haben im Elternkreis diskutiert, wie wir helfen können. Da nimmt man sich gern die Zeit und lässt sich typisieren."

Leons Zustand ist unterdessen stabil, sagt sein Vater. "Er ist derzeit wieder in stationärer Behandlung in Schwerin."

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