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Lokales

22. September 2017 | 19:13 Uhr

Versuchter Selbstmord in Hagenower Zelle

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2010 | 06:12 Uhr

Hagenow | Aufregung gestern Früh um 7.12 Uhr im Hagenower Revier in der Schweriner Straße. Ein internes Alarmsignal ruft die diensthabenden Beamten zu einer der beiden Gewahrsamszellen. Dort versucht ein 30-Jahre alter Mann gerade sich mit seiner dünnen Jogginghose zu strangulieren. Sofort heben ihn die Beamten aus der selbstgedrehten Schlinge, leisten Erste Hilfe, der Mann ist noch bei Bewusstsein. Der herbeigerufene Notarzt kann schnell Entwarnung geben, der Mann muss nicht ins Krankenhaus. Allen ist schnell klar, dass nur wenige Minuten später die Lage ganz anders hätte aussehen können.

Der Verdächtige, der nach eigenen Angaben aus Russland stammen soll, wird sofort unter ständige Aufsicht gestellt. Nun muss geprüft werden, ob der 30-Jährige nicht in eine Psychiatrie eingewiesen werden muss.

Der versuchte Selbstmord ist nur der Gipfel des aus Polizeisicht höchst merkwürdigen Vorganges. Der Mann, der aus Estland nach Deutschland gekommen sein will, war am Dienstag Abend im Megapark Valluhn aufgefallen, als er mit einem Knüppel auf die Scheiben des Firmengebäudes der Firma "Kangoroo" einschlug. Das bemerkten zwei Zeugen, die nicht nur die Polizei verständigten, sondern den Mann auch noch überwältigen konnten. Bei der vorläufigen Festnahme durch die Beamten leistete der Unbekannte immer noch heftigen Widerstand. Nach Hagenow kam der unbekannte Verdächtige nur, weil die Gewahrsamszellen im Boizenburger Revier belegt waren.

Identität und Motive des Verdächtigen noch unklar

Heute Früh sollte vor allem die Identität des Mannes geklärt werden, der kaum Deutsch spricht und dessen Motiv noch völlig unklar ist.

In der Regel werden die Personen mindestens alle halben Stunden sowie auch in unregelmäßigen Abständen kontrolliert. Zusätzlich sorgen weitere Alarmsysteme für einen Schutz der Insassen. Außerdem werden vorläufig Festgenommenen alle Gegenstände und Hilfsmittel abgenommen, mit denen sie sich Schaden zufügen könnten. Kinder und Jugendliche kommen generell nicht in eine derartige Zelle. Im Hagenower Fall wird es nach SVZ-Informationen auch noch eine genaue Untersuchung geben, wie der Mann den Selbstmordversuch dennoch ausführen konnte, um Wiederholungen zu vermeiden.

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