Versorgungsfreie Zone Lindenplatz?

Der Lindenplatz: Er hat eine schöne neue Pflasterstraße, doch Ver- oder Entsorgungsfahrzeuge sind zu schwer dafür. Petra Ferch
Der Lindenplatz: Er hat eine schöne neue Pflasterstraße, doch Ver- oder Entsorgungsfahrzeuge sind zu schwer dafür. Petra Ferch

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28. September 2010, 09:20 Uhr

Berge | Der Rundling am Berger Lindenplatz ist schön gepflastert und als 30er Zone ausgeschildert. Hier darf also nicht gerast werden. Nicht nur im Sinne der Anwohner, sondern gerade auch, weil unter den Schatten spendenden Bäumen auf dem Lindenbplatz ein Spielplatz geschaffen wurde. Man könnte meinen, in diesem ruhigen Winkel von ehemals Klein Berge herrscht pure Freude.

Doch weit gefehlt. Denn ein Schild weist darauf hin, dass die neue schmale Pflasterstraße nur mit maximal 7,5 Tonnen befahren werden darf. Für das Ehepaar Wegener nicht hinnehmbar. Denn Wegeners sind nicht nur Anwohner am Lindenplatz, und das seit rund 30 Jahren, sie betreiben seit 1992 auch ein Fuhrgeschäft. "Wir können mit dem 40-Tonner jetzt nicht mehr aufs Grundstück fahren." Aber das ist nur eine Seite des Problems. Als sie Heizöl bestellten, benötigten sie eine Sondergenehmigung, damit das Fahrzeug zum Grundstück konnte. "14 Tage hat das gedauert, inzwischen war der Heizölpreis gestiegen, mussten wir 100 Euro mehr bezahlen", machten Wegeners am Montagabend in der Gemeindevertretersitzung deutlich. Sie fragten, was mit Baustoff anlieferungen sei und wie überhaupt die Müllentsorgung am Lindenplatz funktionieren soll. Als seinerzeit über die neue Straße abgestimmt wurde, sei von keiner Begrenzung die Rede gewesen. "Wir haben davon erst am 9. September erfahren", so Wegeners, die nach eigenen Angaben stets auf das Zufahrtsproblem zu ihrem Grundstück aufmerksam gemacht hätten.

Erstaunt über die Tonnagebegrenzung zeigten sich auch die Gemeindevertreter. Bürgermeister Werner Eckel wusste nur zu berichten, dass die Beschilderung nach der Schlussabnahme der Straßenbaumaßnahme erfolgt sei, weil dabei bereits Schäden festgestellt worden seien. Während der Planungsphase der Straße sei von derartigen Beschränkungen keine Rede gewesen.

Amtsdirektor Gerd Ehrke verwies darauf, dass die Anwohner vor Baubeginn darüber informiert worden seien, dass es sich um eine Anliegerstraße handelt. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Anliegerstraßen nur für 7,5 Tonnen gebaut würden. Das heiße aber nicht, dass Versorgungsfahrzeuge nicht fahren dürften. Dann allerdings müsste das Schild einen Zusatz erhalten.

Die Gemeindevertreter forderten eindeutig, dass Problem zu klären. "Wenn nötig, muss das Pflaster wieder aufgenommen werden", hieß es. Ein Gespräch mit dem Planer soll Klarheit bringen, mit welchen Lasten die Straße befahren werden darf. Wegeners hoffen auf eine gütliche Einigung. "Wir wollen keine Schlammschlacht, leben schon so viele Jahre ruhig hier und wollen das auch künftig. Nur so wie jetzt kann es nicht bleiben".

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