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Teurer Schluck aus dem Hahn : Versorger treiben Wasserpreise hoch

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Die Versorger treiben die Preise für Trink- und Abwasser hoch. Im vergangenen Jahr verlangten sie für einen Kubikmeter Leitungswasser im Schnitt 1,59 Euro je Kubikmeter und damit zwei Prozent mehr als zwei Jahre zuvor.

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erstellt am 19.Jan.2011 | 07:26 Uhr

Schwerin | Teurer Schluck aus dem Hahn: Die Versorger treiben die Preise für Trink- und Abwasser hoch. Im vergangenen Jahr verlangten sie für einen Kubikmeter Leitungswasser im Schnitt 1,59 Euro je Kubikmeter und damit zwei Prozent mehr als zwei Jahre zuvor, teilte das Statistische Amt in Schwerin gestern mit. Vor allem die Grundgebühren schlagen höher zu Buche - im Schnitt 83,46 Euro, sechs Prozent mehr als noch 2008. Auch für Abwasser müssen Verbraucher erneut tiefer in die Tasche greifen: Während sie für die Entsorgung im Schnitt 2,69 Euro je Kubikmeter bezahlen mussten und damit nur ein Cent mehr als 2008, kletterten die Grundgebühren um drei Prozent auf 87,94 Euro.

Die regionalen Unterschiede sind enorm: Teuer wird es vor allem in Rostock. So musste ein Ein-Personen-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 40 Kubikmeter Trinkwasser in der Hansestadt 2010 dreimal mehr bezahlen als in Röbel und Rechlin - 234 statt 73 Euro (Landesschnitt: 147 Euro). Deutliche Differenzen auch bei Abwasser: Mit 342 Euro Kubikmeterpreis und Grundgebühr fällt die Rechnung für den Modellhaushalt in Burow (Demmin) mehr als dreimal höher aus als in den preiswertesten Orten Prohn und Kramerhof (Nordvorpommern) mit 97 Euro - der Landesschnitt lag bei 196 Euro. Rostock werde mit Oberflächenwasser versorgt, meinte Olaf Danneberg, Manager des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV). Die Aufbereitung und die Investitionen in entsprechende Anlagen seien deutlich teurer als die Versorgung durch Grundwasser, begründete er die hohen Kosten in der Hansestadt. Die Unterschiede überraschen nicht, meint Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag. Wasser könne nicht überall gleich teuer sein, weil das Trinkwasser überall mit unterschiedlichem Aufwand aufbereitet werden müsse. Zudem belasten die Investitionskosten die Versorger unterschiedlich stark. So seien Kredite derzeit deutlich billiger zu haben als noch vor zehn Jahren. Auch würden heute deutlich höhere Baupreise verlangt, meinte Fittschen. Vor allem aber schlagen die Investitionskosten bei den Kunden unterschiedlich zu Buche. So verlangten einige Versorger Beiträge und rechneten sie in die Grundgebühren ein, andere holten sich die Kosten über Einmalzahlungen von den Verbrauchern zurück. Trotz der deutlichen Unterschiede: Im Ländervergleich schneide MV gut ab. Obwohl in den vergangenen Jahren Investitionen im Milliardenbereich erfolgt seien, verfüge MV über ein "gutes Preisniveau." Ein Kubikmeter Trinkwasser kostete 2007 bundesweit 1,55 Euro, in MV 1,60 Euro. Fittschen: "Es gibt kein Grund zu jammern."

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