Vernarrt ins Saxophon

Neben den Prüflingen begeisterte u.a. das Jazz-Ensemble der Kreismusikschule   die Gäste beim  Jahresabschlusskonzert am Sonnabend.
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Neben den Prüflingen begeisterte u.a. das Jazz-Ensemble der Kreismusikschule die Gäste beim Jahresabschlusskonzert am Sonnabend.

Mit öffentlichen Prüfungen, Freier Bühne und einem Jahresabschlusskonzert verabschiedete sich die Kreismusikschule Ludwigslust am Sonnabend in die sechswöchige Sommerpause. Es war ein internes Intermezzo.

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13. Juli 2009, 12:44 Uhr

Ludwigslust | Prüfungen an der Kreismusikschule "Johann Matthias Sperger" sind generell freiwillig. Für alle Schüler, egal ob Unter-, Mittel- oder Oberstufe. Und so war es für Renate Hänisch, seit Dezember letzten Jahres Leiterin der Einrichtung, nicht verwunderlich, dass am Sonnabend lediglich vier Aspiranten vor Publikum und Jury traten. "Alle vier haben mit Bravour bestanden", sagt sie. "Der Punkt aber ist, die Prüfungen, für die es Zertifikate gibt, öffnen den Schülern keine Türen und Tore. Sie zeigen ihnen vielmehr, wo sie leistungsmäßig stehen. Aber das vielleicht Wichtigste ist, sie sind gut für ihr eigenes Selbstwertgefühl."

Das haben die vier Prüflinge am Sonnabend erlebt. Unter ihnen Pia Schreiber am Saxophon und Richard Leopold, dessen Instrument die E-Gitarre ist. Bei dem begeisterten Applaus nämlich, den sie für ihre Prüfungsvorträge einstreichen konnten.

Eine, die seit sechs Jahren Schülerin der Sperger-Schule ist und den Prüflingen als Begleitung zur Seite stand, ist Doris Bachmann. Wenn die Musikschule Veranstaltungen wie die am Sonnabend macht oder Konzerte gibt, ist die Rentnerin nicht nur fast immer unter den Interpreten. Oft übernimmt sie dann sogar die Moderation.

Vor einigen Jahren erst war Doris Bachmann von Berlin in den Landkreis gezogen, hatte aus beruflichen Gründen bis dahin eine Wochenendehe geführt. "Das war schon ein Riesenschritt. Aber weil hier ja nun mal wenig los ist, fragte ich mich ziemlich bald, was ich mit meiner vielen Zeit anfangen sollte", erzählt die quirlige Frau am Sonnabend, als sie ihre Sachen nach dem letzten Auftritt mit dem schuleigenen Jazz-Ensemble zusammenpackt. "Da kam ich auf die Musik. Jahre vorher hatte ich Klavier gespielt und Flöte. Also schloss ich mich einem Orchester an und wurde bald gefragt, ob ich nicht Saxophon lernen wollte", kürzt Doris Bachmann ab, was in Echtzeit länger dauerte. Dann ging es schneller. Auf ihre erste Nachfrage bei der Musikschule kam Doris Bachmann zunächst zwar in die Warteschleife. Zwei Wochen später aber war sie Schülerin bei Nikolai Kern.

Sechs Jahre ist das her. "Heute bin ich glücklich, übe in jeder freien Minute Saxophon und darf, wann immer es mir möglich ist, bei den Konzerten auftreten. Vielleicht weil ich sehr anspruchsvolle Stücke spiele", vermutet Doris Bachmann. Wie etwa ihr absolutes Lieblingsstück "Smoke gets in your eyes" von Jerome Kern.

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