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Lokales

17. Dezember 2017 | 18:49 Uhr

Vermisstensuche mit Happy End

vom

svz.de von
erstellt am 21.Sep.2010 | 07:06 Uhr

Nordwestmecklenburg | Die Erleichterung war groß, als Dassows Stadtvertreter Matthias Ober am Sonntag wieder auftauchte. Am vergangenen Mittwoch war der 48-Jährige plötzlich verschwunden. Nicht nur für die Familie waren es vier unendlich lange Tage. Auch für Freunde, Verwandte und Bekannte. Sie alle haben gehofft, gebangt und selbst alles Erdenkliche getan, um den zweifachen Familienvater und Ehemann wieder zu finden.

Am Sonntagnachmittag tauchte Matthias Ober wieder auf - nicht mehr fähig, auf zwei Beinen zu laufen. "Er war völlig erschöpft und dehydriert", sagt Ehefrau Friederike Ober. Dieter Garbe aus Rosenhagen hat ihn gefunden. Auf dem Grundstück seines Cafes, dem Cafe Strandgut, lag Matthias Ober. Er hat offenbar seine letzten Kräfte mobilisiert, um den ihm bekannten Ort aufzusuchen.

In Rosenhagen ist er dann ins Koma gefallen. Dieter Garbe hat sofort den Notarzt gerufen, der 25 Minuten später eintraf. Zurzeit ist der 48-Jährige im Krankenhaus in Wismar. "Gesundheitlich geht es bergauf. Er ist nicht in Lebensgefahr. Matthias ist zeitweise sogar ansprechbar", sagt seine Frau erleichtert. Um Gerüchten entgegen zu wirken, möchte sie betonen, "dass er keine Medikamente oder andere Betäubungsmittel zu sich genommen hat." Das hätten die Untersuchungen im Krankenhaus ergeben.

Was Matthias Ober erlebt hat, warum er vier Tage verschwunden war und wie es dazu kam - all diese Fragen versuchen seine Frau, seine beiden Söhne, Verwandte und Bekannte noch zu ergründen. "Viele Dinge sind noch unklar, weil er sich noch nicht hundertprozentig äußern kann und weil er Erinnerungslücken hat." Was allerdings feststeht: Matthias Ober hatte am Mittwoch einen Termin mit dem Amt. Dabei ging es um den Landschaftsplan der Stadt. "Zu Hause", sagt seine Frau, "hatte er angekündigt, sich in der Nähe von Pötenitz noch etwas ganz bestimmtes zum Landschaftsplan anschauen zu wollen, bevor er zu dem Termin fährt." Was genau habe er allerdings nicht gesagt. Zu dem Termin mit dem Amt ist Matthias Ober aus bislang unbekannten Gründen nicht erschienen. Sein Auto hatte er in Pötenitz im Strandweg abgestellt. "Seine Büroschuhe standen im Auto. Die Gummistiefel, die Wetterjacke und auch einen dicken Pullover hatte er angezogen." Ab diesem Zeitpunkt ist allerdings vieles unklar. "Nach dem derzeitigen Kenntnisstand aus unserer Rekonstruktion des Geschehens, in Verbindung mit dem, was im Krankenhaus deutlich geworden ist, gehen wir davon aus, dass es irgendeinen Unfall mit einer zeitweisen Bewusstlosigkeit gegeben hat und möglicherweise anschließend, aufgrund dieser Bewusstlosigkeit, eine Desorientierung vorhanden war."

Zwei Tage lange suchte die Polizei nach Matthias Ober. Mit einem Hubschrauber, der eine Wärmebildkamera an Bord hatte, und Fährtenhunden. Am Donnerstag stellten die Beamten die Suche dann zunächst ein. Mehr als 50 Leute aus Dassow suchten am Freitag und Sonnabend dagegen weiter. Darunter Bürgermeister Jörg Ploen, Dittmar Krziminski - Ranger beim Amt Schönberger Land, der die Gegend wie seine eigene Westentasche kennt - Leute vom Heimatverein, Jäger und Feuerwehrleute. Die mussten sogar unterschreiben, dass sie auf eigene Verantwortung suchen. "In der Not zeigen sich die wahren Freunde", sagt Friedericke Ober. "Es war eine unglaubliche Anteilnahme. Viele haben gefragt, was können wir tun für euch. Wir können gar nicht allen danken", ist die Ehefrau von Matthias Ober gerührt. Das Planungsbüro von Matthias Ober wird übrigens weiter geführt. "Wir versuchen, alle Aufträge meines Mannes weiter zu führen."

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