Vermisst seit mehr als 20 Jahren

Mehr als 20 Jahre vermisst. Das ist der außergewöhnlichste Fall, den die Polizei des Schutzbereichs Prignitz als Einsatzthema behandelt. Ansonsten bietet das Thema Vermisste Personen wenig Spektakuläres.

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28. Juli 2009, 09:06 Uhr

Prignitz | Spektakuläre Vermisstenfälle gebe es bis auf eine Ausnahme im Schutzbereich Prignitz nicht, teilt die Pressestelle der Polizei mit. Außergewöhnlich ist jedoch ein Fall aus dem Jahr 1989. Am 27. Januar 1989 verließ Gerhard Treppschuh die Stadt Wittenberge mit einem Fahrrad. Seit dieser Zeit wurde er nicht mehr gesehen. "Hierzu gibt es, auch nach so langer Zeit, noch kein abschließendes Ergebnis", berichtet Bianca Krege.

Ein weiterer Fall, der die Polizei immer wieder beschäftige, handelt von Ralph Frellstedt, der seit dem 25. Juni1996 vermisst wird. Dieser Vorgang wurde allerdings in Halle erfasst. Familiäre Verbindungen führen jedoch in die Prignitz. Bis in den vergangenen Herbst hinein gab es nach ihm auch noch die Suche auf der Seite vermisste Kinder.de.

Allerdings liege eine Abmeldung des Gesuchten im September 2001 im zuständigen Einwohnermeldeamt Halle vor. Aus polizeilicher Sicht gebe es deshalb keinen offenen Vermisstenfall "Frellstedt". Recherchen auf der genannten Internetseite ergaben, dass der Eintrag gelöscht sei.

Junge Dauerausreißer In der Prignitz wurden im Gesamtzeitraum 2008 insgesamt 72 Vermisstenanzeigen erstattet. Der Großteil dieser Anzeigen betraf Jugendliche, die der Polizei als Dauerausreißer bekannt seien.

Oftmals seien diese Kinder und Jugendlichen aus sozialen Gründen dem Elternhaus entnommen und in Kinder- und Jugendeinrichtungen im Landkreis untergebracht. Allein im Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 30. Juni 2008 waren hier 39 Fälle zu verzeichnen. "Aber alle Kinder und Jugendlichen sind wieder aufgegriffen worden", sagte Polizeisprecherin Bianca Krege. Im ersten Halbjahr 2009 waren es bereits 48 Fälle.

Bei erwachsenen Personen gilt es zu berücksichtigen, dass sie grundsätzlich selbst entscheiden dürfen, wo sie sich aufhalten. Ein sogenannter Vermisstenstatus werde erst festgelegt, wenn eine Gefährdung für diese Person oder andere Personen erkennbar sind, informiert die Polizei.

Aus polizeilicher Sicht unterscheidet man zwischen den minderjährigen Vermissten und dem Erwachsenen. Bei den Minderjährigen ist grundsätzlich von einer Gefährdung dieser Person auszugehen. Dagegen wird erst mit der Gefährdung für einen Erwachsenen der Vermisstenstatus erreicht.

Eine Gefährdung könnten zum Beispiel die Nichteinnahme lebensnotwendiger Medikamente sein. In einem solchen Fall werden alle möglichen und notwendigen Sofortmaßnahmen, die zum Auffinden geeignet, sind eingeleitet. Freunde und Bekannte werden überprüft, Suchhunden oder Polizeihubschraubers kommen zum Einsatz.

Im Jahr 2008 wurden insgesamt 29 Personen unter diesem Status eingestuft. Auch sie wurden den Umständen entsprechend wohlbehalten wieder aufgefunden. Oftmals handelt es sich bei diesen meist älteren Personen, um Orientierungsprobleme, die sie außerhalb ihres gewohnten Lebenskreises haben.

DRK sucht Vermisste aus Kriegen
Neben der Internetseite vermisste Kinder.de gehen auch der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes und das Landeskriminalamt in Eberswalde Vermisstenanzeigen nach. Der DRK-Suchdienst kümmert sich dabei in erster Linie um Personen, die in Folge von Kriegen als vermisst gelten. Das LKA geht vorrangig Fällen nach, in denen von der Gefährdung einer Person auszugehen ist.

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