Vermieter will Ortsamt Rabatt geben

Informierte die Lütten Kleiner über das Schreiben des Vermieters an die Stadt: Gabriele Bolz.Maria Pistor
Informierte die Lütten Kleiner über das Schreiben des Vermieters an die Stadt: Gabriele Bolz.Maria Pistor

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09. April 2010, 07:28 Uhr

Lütten Klein | Ein Brief an die Stadtverwaltung bringt erneut Bewegung in die Diskussion um die Standorte für die Ortsämter. Er stammt von Arno Korthase, einem der beiden Eigentümer der ICC Immobilien Management GmbH Hamburg, die die Räume in der Warnowallee 30 an das Ortsamt Lütten Klein vermietet. Sein Angebot: Die Miete für das Objekt auf 42 000 Euro im Jahr reduzieren - inklusive aller Nebenkosten. Gemessen an den derzeitigen Kosten für das Ortsamt in der Warnowallee beträgt die Einsparung laut Korthase etwa 40 Prozent. Das Ortsamt könnte seiner Ansicht nach an seinem jetztigen Standort bleiben und nicht - wie von der Verwaltung vorgesehen - zusammen mit Evershagen in der Hans-Fallada-Straße einziehen.

Eine Kopie des Schreibens vom Eigentümer an Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) bekamen auch Ortsamtsleiter Reinhold Schmidt und Gabriele Bolz (Linke), Vorsitzende des Ortsbeirates. "Das ist eine gute Nachricht für uns Einwohner", sagte Bolz. Der Vorschlag stieß auch bei der letzten öffentlichen Sitzung des Lütten Kleiner Bürgergremiums auf große Zustimmung.

Die ICC Immobilien Management GmbH hatte 1992 den Bau des Warnow-Geschäftszentrum realisiert - und dabei etliche Sonderwünsche der Stadt an das zukünftige Ortsamt berücksichtigt. Dazu zählten unter anderem schalldämmende Falttüren in Mehrzweckräumen, die allein 10 000 DM gekosten hätten. "Unser Engagement wurde damals mit dem ersten Immobilienpreis der Hansestadt Rostock ausgezeichnet", sagt Korthase. Er plädiert dafür, bei der Standortentscheidung für das Ortsamt die Lütten Kleiner nicht zu enttäuschen. Sie wünschen sich, dass ihr Ortsamt in der Warnowallee bleibt. "Wir haben in dem ältesten Wohngebiet des Rostocker Nordwestens den geringsten Wegzug der Bevölkerung zu verzeichnen", so der Vermieter Korthase.

Die Stadtverwaltung rechtfertigt unterdessen ihre Umzugspläne für das Amt: "Im Zuge der beschlossenen Reduzierung der Anzahl der Ortsämter versucht die Stadtverwaltung nach Möglichkeit auf Fremdanmietungen zu verzichten und stadteigene Gebäude zu nutzen.", so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Dies betreffe auch das künftige Ortsamt Nordwest II in der Falladastraße.

Auf die Aussicht gestellte Einsparung von etwa 35 000 Euro geht die Stadt nicht ein. "Zu den im Raum stehenden Summen können wir natürlich nur anmerken, dass Vertragsverhandlungen natürlich grundsätzlich nicht öffentlich geführt werden", sagt Kunze. "Es geht also nicht um die Höhe einer Miete, sondern um die Frage, ob generell Mieten an Dritte eingespart werden können."

Für die Stadtverwaltung ist die Standortfrage vom Tisch. Die betroffenen Ortsteile haben dagegen noch Hoffnung, dass es anders kommt. Denn die die Bürgerschaft hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, dass sie bei der Festlegung der Standorte mitreden will. "Die Bürgerschaft hat das Recht dazu, sich auch die Entscheidung über die Standorte der Ortsämter auf den Tisch zu ziehen", sagte SPD-Fraktionschef Rainer Albrecht. Er widersprach damit der Ansicht der Stadtverwaltung, dass die Festlegung der Amtsstandorte "ausschließlich in den Verantwortungsbereich der Verwaltungsleitung" falle.

Ob durch das Angebot der ICC Immobilienmanagement GmbH Kosten gespart werden können, wird noch zu prüfen sein. "Denn die Kostenfrage ist schließlich ein entscheidendes Kriterium bei der Beschlussfassung und der endgültigen Wahl der Ortsamtsstandorte", sagt Beiratsvorsitzende Bolz.

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