Vermehrt Unfälle mit Wild in der Prignitz

svz.de von
29. Juli 2010, 08:27 Uhr

Prignitz | Im ersten Halbjahr registrierte die Polizei des Schutzbereiches Prignitz bereits 443 Wildunfälle. Das sind 17 mehr als zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unfälle, an denen Wild beteiligt ist, machen 30,3 Prozent am Gesamtunfallgeschehen im Landkreis aus, listet Bianca Krege von der Pressestelle der Polizei auf.

Das Wildunfallgeschehen wurde in der gesamten Prignitz flächendeckend auf allen sogenannten Verkehrsadern registriert und analysiert. So haben die Bundes- und Landstraßen mit 418 Unfälle einen Anteil von 94,3 Prozent am Gesamtunfallgeschehen mit Wild im Schutzbereich. 62,02 Prozent der Unfälle im Schutzbereich, die sich außerhalb von Ortschaften ereignen, sind Wildunfälle.

Der aktuellste Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen. Auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Hoppenrade und Viesecke wechselte ein Reh plötzlich über die Fahrbahn und lief dabei einer 18-jährigen Autofahrerin ins Fahrzeug. Sie kam mit dem Schrecken davon, am Fahrzeug entstand erheblicher Sachschaden und das Reh verschwand im angrenzenden Feld.

Kein Einzelfall in diesen Tagen betont Bernhard Elstner, Vorsitzender des Jagdverbandes Perleberg. Fast täglich gebe es Anrufe, wo Wild in einen Verkehrsunfall verwickelt ist. "Das Rehwild hat Paarungszeit, der Fachmann spricht von der Blattzeit", erläutert Elstner. Sie beginnt Anfang Juli und dauert bis Ende August. Häufig wird der gesamte Zeitraum als Blattzeit bezeichnet. "Die eigentliche Brunft beginnt jedoch erst Ende Juli und hält bis Anfang August an", so der Weidmann.

In diesem Zeitraum muss man mit einem erhöhten Wildaufkommen vor allem auch an den Straßen rechnen. "Die Rehböcke stellen brunftigen weiblichen Rehen nach und da machen sie vor der Straße nicht halt."

Während man sonst vor allem in den Morgenstunden und in der Dämmerung (zu den Äsungszeiten) mit einem verstärkten Wildwechsel rechnen müsse, herrsche jetzt Tag und Nacht Bewegung und das nicht nur auf Straßen, die von Wäldern gesäumt werden. Allerdings bestehe hier eine höhere Gefahr, da der Autofahrer Tiere, die aus dem Wald heraus die Fahrbahnseite wechseln, erst sehr spät wahrnehme.

Als Schwerpunkte haben sich in den letzten Tagen die Landesstraße von Perleberg in Richtung Bad Wilsnack bzw. die Straße im Bereich Breese sowie das Waldgebiet Gadow erwiesen, fügt der Jagdverbandsvorsitzende an. Zumeist bestätige sich auch, dass einem Reh weitere Tiere folgen. Auch damit sollte jeder Kraftfahrer rechnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen