zur Navigation springen
Lokales

25. September 2017 | 20:59 Uhr

Verkleidet in die Fluten

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2011 | 06:57 Uhr

Warnemünde | Etwas über null Grad hatte die Ostsee am Sonnabend. Doch das konnte die Eisbader aus Mecklenburg-Vorpommern nicht davon abhalten, beherzt in die Fluten zu springen. Traditionell trafen sich die Rügener Donnerkeile, die Kalkwerder Sprotten und die Rostocker Seehunde zum jährlichen Faschingseisbaden. "Heute waren knapp 50 aktive Eisbader hier. Das kostümierte Baden veranstalten wir immer am Sonnabend vor Fastnacht", erklärt Dietmar Marquardt, Vorstandsvorsitzender der Rostocker Seehunde. "Heute hat sich uns sogar ein Spontanbader angeschlossen, der von den lustigen Verkleidungen angezogen wurde", ergänzt er.

1988 hat sich der Verein der Rostocker Seehunde gegründet. Mittlerweile verzeichnet er 79 Mitglieder. Jeden Sonnabend und Sonntag treffen sich die Eisbader am Strand von Warnemünde, um kurz in die Ostsee einzutauchen. "Unsere Saison beginnt im September und endet am letzten Sonnabend im April. In diesem Jahr fällt der Termin im Frühjahr mit dem Stromerwachen zusammen. Deshalb planen wir gemeinsam mit der Tourismuszentrale kleine Überraschungen", sagt Marquardt.

Das Durchschnittsalter der Seehunde liegt bei 60 Jahren. Doch das soll sich ändern: "Wir hoffen, dass wir bald eine Sauna bekommen und wir dadurch jüngere Leute für uns gewinnen können", sagt Marquardt, der selbst seit 1995 Vereinsmitglied ist. Deutschlandweit gibt es knapp 2000 Eisbader. Die Rostocker Seehunde ist die größte Sportgruppe dieser Art in der Bundesrepublik. "In Dänemark gibt es in jeder größeren Stadt einen Verein. Insgesamt praktizieren dort 11 000 Menschen das Eisbaden. Allein im Verein von Kopenhagen sind ungefähr 2000 Mitglieder", erzählt Marquardt. Für den Vereinsvorsitzenden bietet das Baden im eisigen Nass immer eine willkommene Abwechslung. "Ich fühle mich danach immer so munter und belebt. Die Erfrischung verschafft mir einen angenehmen Start in den Tag", erzählt er. "Zudem stärkt das Baden das Immunsystem, sofern es richtig ausgeführt wird. Wer bei diesen kalten Temperaturen zu lange im Wasser bleibt, riskiert seine Gesundheit. Ab einem gewissen Alter sollte zudem ein Arzt bestätigen, dass das Eisbaden praktiziert werden darf", fügt Marquardt hinzu.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen