zur Navigation springen

Polizei ordnete bei 21-jährigem Fahrzeugführer Drogenvortest an : Verkehrskontrolle endete auf dem Revier

vom

Weil er im Auto den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte, wurde unser Leser A. Sch. am Freitag voriger Woche von Beamten des Sternberger Polizeireviers angehalten. Was dann geschah, ärgert den 21-Jährigen noch immer.

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2011 | 07:30 Uhr

Sternberg | Weil er im Auto den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte, wurde unser Leser A. Sch. am Freitag voriger Woche von zwei Beamten des Sternberger Polizeireviers angehalten. Ohne dass diese sich dann vorgestellt hätten, sei er in der weiteren Folge sogar noch geduzt worden, ärgert sich der 21-Jährige. Noch mehr aber darüber, dass er einem Test unterzogen wurde. "Wo ein Herr einen Kuli nahm und ich der Spitze immer mit den Augen folgen sollte, ohne den Kopf zu bewegen. Darauf folgend meinte er, ich hätte Drogen genommen."

Die Folge: Er sollte eine Urinprobe abgeben. Weil er sich dazu nicht in der Lage fühlte, hätte ihn die Polizisten nicht nur beleidigt, sondern ihm auch eine 300 Euro teure Blutprobenentnahme in Aussicht gestellt. "Ich habe es jetzt schon von drei Freunden gehört, dass sie auch auf Verdacht von Drogen eine Urinprobe abgeben mussten, und in allen Fällen war sie negativ. Wie ist die Sternberger Polizei geschult?", fragt der 21-Jährige, bei dem der Urintest - der dann auf dem Sternberger Revier durchgeführt wurde - negativ war.

"Die Kollegen führen Verkehrskontrollen jeder Art durch, gezielt oder verdachtsunabhängig. Wenn im Gespräch mit einem Fahrzeugführer Auffälligkeiten wie im geschilderten Fall bemerkt werden und daraufhin ein Verdacht besteht, wird ein Test angeordnet", sagt Wolfgang Klein, Leiter des Sternberger Polizeireviers, auf SVZ-Anfrage. Solch ein Test könne der beschriebene mit dem Kugelschreiber sein, dazu gehöre aber auch, auf einem Bein zu stehen oder auf einer geraden Linie zu gehen. Der Urintest gehöre zu einem Drogenvortest, sagt Klein, und muss ebenso wie eine Blutentnahme nicht bezahlt werden. "Der Drogenvortest ist ein Arbeitsmittel für die Polizei", sagt Klein. Sollte der positiv ausfallen, gebe es allerdings eine Strafanzeige mit allen Konsequenzen. "In unserem Revier arbeiten mehrere Drogenerkenner, d. h., diese Beamten sind über mehrere Monate in Schleswig-Holstein speziell dafür geschult worden", so der Revierleiter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen