Verkehr rollt trotz Tempolimit

Holger Matthäus
Holger Matthäus

Obwohl viele Autofahrer über das Tempolimit auf der L22 im Zuge des Rostocker Lärmaktionsplans geschimpft haben, halten sich doch viele an die Regel. Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) stellte gestern eine erste Zwischenbilanz vor..

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15. Oktober 2009, 09:04 Uhr

Rostock | Rostocks Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) kann erste Erfolge seines Lärmaktionsplans für die L22 verbuchen: Die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 auf dem Straßenzug von der Rövershägener Chaussee bis zur Hamburger Straße wird von Autofahrern gut angenommen. "Das Durchschnittstempo hat sich von 65 kmh auf das Tempo 53 verringert", berichtet der Senator. Darüberhinaus habe sich auch das Geschwindigkeitsniveau in den Nachtstunden von Tempo 76 auf 60 reduziert. Diese Werte haben Messungen im September ergeben. Die Geschwindigkeitsminderung wurde erst ab Anfang Juli umgesetzt.

Autofluss auch am Kabutzenhof unterbrochenAllerdings ist die mit dem Tempolimit verbundene so genannte Grüne Welle immer noch nicht auf der gesamten Strecke eingerichtet. "Bis Ende Oktober soll auch der letzte Abschnitt auf der Hamburgr Straße bis zur L 22 neu programmiert sein", erläutert Matthäus. Dabei hat er den Bereich von der Hamburger Straße/Ecke Tschaikows kistraße bis zum Knotenpunkt Goerdelerstraße im Blick.

Dennoch fließe der Verkehr, laut Matthäus, auf dem restlichen Abschnitt ziemlich flüssig.

Auf eine Grüne Welle können sich besonders die Pkw-Fahrer einstellen, die morgens stadteinwärts von der Dierkower Allee bis zum Schutower Kreuz fahren.

In den Nachmittagsstunden soll der Verkehr in entgegengesetzer Richtung fließen. Nur beim Kabutzenhof könne dieser Verkehrsstrom unterbrochen werden, informiert der Senator.

Auch im Bereich zwischen Maßmannstraße und Tschaikowskistraße müssen die Autofahrer öfter mal einen Gang runterschalten. In diesem Bereich werden noch bis zum 30. Oktober neue Bustaschen gebaut.

Auch neue Beläge soll es für Teilabschnitte der L22 erst nächstes Jahr geben. Der Bausenator will in einem etwa 400 Meter langen Modellabschnitt die Fahrbahndecke in der Grubenstraße erneuern lassen. "Wir erwarten, dass dadurch der Lärm um vier Dezibel gegenüber herkömmlichen Straßenbelägen sinkt", sagt Holger Matthäus.

Allerdings haben die Untersuchungen auch ergeben, dass sich mittlerweile einige Verkehrsströme verlagert haben. Um in die Innenstadt zu gelangen, benutzen immer weniger Pkw-Fahrer die Kreuzung zur Grubenstraße und biegen links ab. "Das machen die Autofahrer immer stärker am Kanonsberg", sagt Heiko Tiburtius, Leiter des Hafen- und Tiefbauamtes. So soll seit Einführung der Geschwindigkeitsminderung auch die Zahl der Unfälle zurückgegangen sein. "Die Unfälle sind um ein Drittel zum Vergleichszeitraum im Vorjahr gesunken", freut sich Matthäus.

Stickstoffdioxidmenge überschreitet GrenzwertDer Luftreinhalteplan, der im Zuge des Tempolimits auf der L 22 eingeführt wurde, könnte bis jetzt noch nicht greifen. Um entsprechende Werte zu ermitteln, wurde ein Messcontainer in der Grubenstraße aufgestellt. "Bei der Stickstoffdioxidmenge wird der Grenzwert immer noch überschritten", teilt Steffen Nozon, der in der Abteilung Immissionsschutz/Umweltplanung im Amt für Umweltschutz arbeitet, mit. Für den Experten kann der Plan erst umgesetzt werden, wenn die Bauarbeiten an der Vorpommernbrücke beendet sind. "Wir müssen den normalen Verkehrsfluss abwarten."

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